Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 09.07.2019


Bezirk Imst

Wachsende Stadt braucht auch sicheres Trinkwasser

Der Hochwasserbehälter in Hoch-Imst wird neu gebaut, um künftig die neuen Siedlungsgebiete am Sonnberg optimal zu versorgen.

Der Neubau der Hochbehälter in Hoch-Imst gehört zum Gesamtprojekt für die Versorgung der Stadt, die 1,5 Millionen Euro kostet.

© Stadtwerke Imst/HuberDer Neubau der Hochbehälter in Hoch-Imst gehört zum Gesamtprojekt für die Versorgung der Stadt, die 1,5 Millionen Euro kostet.



Von Alexander Paschinger

Imst – „Im Moment sind es gerade knappe 54 Sekundenliter Verbrauch“, liest der Imster Stadtwerke-Direktor Thomas Huber von seinem Computer-Monitor ab, „letzte Woche am Montag waren es am Abend sogar 135 Sekundenliter“. Klar – es war ein heißer Tag, die Bürger lechzten ebenso nach dem Wasser zum Trinken und Duschen wie auch die Gärten.

Wassermangel herrscht in Imst ja keiner. 44 Quellfassungen und Quellstuben werden gezählt, 200 bis 220 Sekundenliter sprudeln daher, gut die Hälfte fließt durch die sieben Hochbehälter. „Die brauchst du für die Spitzen im Verbrauch – so wie letzten Montag“, so Huber. 1,2 Millionen m³ Wasser wurden im Jahr 2017 vom Wasserwerk Imst gefördert, im Durchschnitt täglich 3100 m³.

Die große Herausforderung stellt aber das Wachstum der Stadt dar. Oben im Gebiet „Sonnberg 2000“ entstehen jetzt mehr als 30 neue Bauplätze. Und „Imst hat in den vergangenen Jahren jedes Jahr um 120 bis 130 Wohneinheiten dazubekommen“. Fast 13.000 samt Freizeitwohnsitzen gilt es inzwischen zu versorgen. „Vor zehn Jahren hatten wir ja noch 8500 Einwohner“, hat Huber die Entwicklung vor Augen.

Die Alpeilquellen stellen die große Reserve dar.
Die Alpeilquellen stellen die große Reserve dar.
- Stadtwerke Imst

Und so wird derzeit auch am Austausch des alten Hochbehälters in Hoch-Imst gearbeitet. Dazu gehören nicht nur die zwei Rundbehälter mit insgesamt 370 m³ Fassungsvermögen, sondern auch die Quellfassungen von Kofnertalquellen sowie die Neufassung der beiden Ursprungsquellen und der neue Verteiler in Richtung Sonnberg. 1,5 Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt. Damit ist es nicht getan, so Huber: „Die nächste Phase wird sein, dass wir binnen drei bis vier Jahren eine Verbindung zum Hochbehälter Rastbühel herstellen.“ Dann wird auch das Wasser aus den Alpeilquellen, das derzeit den Ostteil der Stadt, die Imster-Au sowie die angeschlossenen Umlandgemeinden versorgt, in das Wassersystem in Richtung Sonnberg eingebaut.

„Wir haben inzwischen mit den Freizeitwohnsitzen fast 13.000 Einheiten zu versorgen.“
Thomas Huber 
(Direktor Stadtwerke)
„Wir haben inzwischen mit den Freizeitwohnsitzen fast 13.000 Einheiten zu versorgen.“ Thomas Huber 
(Direktor Stadtwerke)
- Reichle

Auch und gerade bei den Alpeilquellen gibt es ein gewaltiges Potenzial. Sie weisen eine durchschnittliche Schüttung von 120 Sekundenlitern auf. Die Stadtwerke dürften 66 nutzen, brauchen derzeit aber nur 25 Sekundenliter.