Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.07.2019


Bezirk Reutte

EU-Gelder für noch mehr Käse aus dem Lechtal

1,8 Mio. Euro fließen in die Erweiterung und Modernisierung der Lechtaler Naturkäserei der Familie Sojer in Steeg. Neben Technik und Lager wird auch das Sortiment ausgebaut.

Spatenstich zur Erweiterung.

© Andreas HumerSpatenstich zur Erweiterung.



Steeg – Die Sennereigenossenschaft Steeg wurde 1934 gegründet, seit 1955 ist der Betrieb an die Familie Sojer verpachtet. Zuletzt wurde im Jahr 1996 ein Um- und Zubau verwirklicht. Das Projekt sieht eine Erweiterung der Räumlichkeiten vor, damit bis zu 6000 Liter Milch (derzeit 4500 Liter) verarbeitet werden können. Dazu werden auch neue Milchlieferanten im oberen Lechtal gesucht. Die Käserei zahlt den Bauern für ihre silofreie Milch ganzjährig einen stabilen überdurchschnittlichen Preis von derzeit 52 Cent pro Kilogramm.

Der 130 Quadratmeter große Käsekeller soll verdoppelt werden, weiters geplant sind ein eigener Verpackungsraum, eine neue Lüftungsanlage, ein eigener Kühlraum für die Auslieferung, ein Lasten- und Personenlift sowie spezielle Geräte, von einem Molkeseparator über eine Milchkühlwanne bis zu einer Camembert-Wanne. Derzeit müssen rund 700 Käselaibe nach Lingenau im Bregenzerwald ausgelagert werden. „Geplant ist“, so Kurt Sojer, „unter anderem die Produktion von Käse nach Parmesan-Art sowie von Camembert, Grünschimmel- und Blauschimmelkäse.“

Sonja Ledl-Rossmann freut sich beim Spatenstich: „Der Ausbau bringt Wertschöpfung in die Region.“ Sie erinnert auch an die Anfänge des Projekts, das im Februar des Vorjahres im Beisein von Agrarreferent LHStv. Josef Geisler vorgestellt wurde.

Für Bezirksbauernobmann Christian Angerer ist die Erweiterung auch ein Zeichen, dass es mit der Landwirtschaft im Bezirk aufwärtsgeht. Weitere Beispiele seien die neue Schlachtstelle im Bezirk, die Steigerung der Direktvermarktung durch Bauernläden und Automaten, aber auch die Tatsache, dass in den letzten zwei Jahren etwa 20 landwirtschaftliche Betriebe neu begonnen haben. Diesen positiven Trend bestätigten auch Bezirksbäuerin Lisbeth Fritz und Sennereiobmann Gerald Walch, ebenso wie sein Bruder, Bürgermeister Günther Walch, die auch das Engagement der Familie Sojer lobten: „Von dieser Maßnahme profitiert die ganze Gemeinde, vor allem auch der Tourismus.“

Fördertechnisch begleitet wurde das Projekt von Regionalmanager Günter Salchner. „Landwirtschaft und Tourismus sollen ineinandergreifen“, so seine Überzeugung. Steeg könne sich auch als künftiger Endpunkt des 250 Kilometer langen Lechradweges etablieren – erst dieser Tage ist die Förderzusage zum Ausbau gekommen.

Die Gesamtinvestition in die Erweiterung und Qualitätsverbesserung der Käserei beläuft sich auf 1,8 Millionen Euro, davon stammen rund 550.000 Euro aus Fördermitteln von EU, Bund und Land. Die Fertigstellung ist für April 2020 geplant. (TT, fasi)