Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 15.07.2019


Exklusiv

Flughafen erwartet Rekord, neue Piste für 2021 avisiert

Der Flughafen Innsbruck steuert heuer auf einen Rekord zu. Eine Studie für den Umbau des Terminals steht, die Landebahn-Sanierung samt Sperre kommt frühestens im Sommer 2021.

Flughafen-Chef Marco Pernetta erwartet trotz schwächelndem Briten-Markt für das Gesamtjahr einen neuen Passagier-Höchststand. (Archivfoto)

© TT/Thomas BöhmFlughafen-Chef Marco Pernetta erwartet trotz schwächelndem Briten-Markt für das Gesamtjahr einen neuen Passagier-Höchststand. (Archivfoto)



Von Max Strozzi

Innsbruck – Das vergangene Jahr hat der Flughafen Innsbruck mit einem Passagierrekord von 1,12 Millionen Fluggästen abgeschlossen. Der Umsatz stieg auf 37,9 Mio. Euro (+1,6 %), der Gewinn nach Steuern fiel gegenüber dem Rekordjahr 2017 um 15 % auf 5,7 Mio. Euro. Grund für den Gewinnknick seien laut Flughafen-Geschäftsführer Marco Pernetta Abschreibungen und Personalrückstellungen.

Auch im laufenden Jahr steuert der Flughafen auf einen Passagierrekord zu. Die ersten drei Monate seien „extrem stark“ gewesen, so Pernetta. Das erste Quartal ist deshalb besonders wichtig, weil in diesem Zeitraum mehr als die Hälfte des Gesamtjahres abgefertigt wird.

Entsprechend wirkt sich der Steigflug auf die Halbjahresbilanz aus. Bis Ende Juni wurden am Innsbrucker Flughafen 760.000 Passagiere abgefertigt – das ist im Jahresvergleich ein Plus von 4,9 %, berichtet Pernetta. Die Zahl der Flugbewegungen – Linie und Charter – stieg im ersten Halbjahr um 3,8 %. „Damit haben wird das erste Halbjahr sauber abgeschlossen“, so Pernetta.

Für das zweite Halbjahr steigt der Flughafen-Lenker auf die Bremse. „Wir merken aus Großbritannien wegen des Brexit eine kleine Schwäche. Die Engländer reisen generell weniger, weil sie verunsichert sind.“ In den nächsten Wochen und Monate würden daher leichte Rückgänge spürbar. „Heuer rechnen wir trotzdem insgesamt mit einem Passagierzuwachs von zwei bis drei Prozent. Damit ergäbe sich wieder ein Rekordjahr“, so Pernetta. Das Vorjahr würde somit um mindestens 22.000 Passagiere übertroffen werden.

Das Projekt Terminalumbau schreitet unterdessen voran. Die Machbarkeitsstudie sei fertig und in den Gremien präsentiert worden, erklärt Pernetta, ohne Details zu nennen: „Wir rechnen damit, dass wir im September vom Aufsichtsrat grünes Licht bekommen.“ Bei der Machbarkeitsstudie geht es um den Neubau des zentralen Abfertigungsgebäudes samt Halle sowie um den Ankunftsbereich, hinzu kommt die Option eines Flughafenhotels im Bereich zwischen dem Parkhaus und dem Terminal.

Vor dem Terminalumbau müsse aber noch die Start- und Landebahn generalsaniert werden. „Diese Sanierung muss unbedingt vor dem Terminal-Neubau abgeschlossen sein“, betont der Flughafen-Chef: „Wahrscheinlich wird es mit einer mehrwöchigen Sperre verbunden sein, ähnlich wie zuletzt in Salzburg.“ Frühestmöglicher Zeitpunkt für die Generalsanierung der 2000 Meter langen und 45 Meter breiten Start- und Landebahn sei „das dritte Quartal 2021“.

Die Piste bestehe in der Basis aus Beton, auf dem über die Jahrzehnte hinweg mehrmals Asphaltschichten gelegt wurden, zuletzt geschah dies im Jahr 1999. Bei der Generalsanierung gehe es laut Pernetta darum, 14 Zentimeter abzufräsen und danach zwölf Zentimeter neu aufzubauen. Im Zuge dessen werden auch die eingebauten Lampen ausgetauscht.

Wie viel insgesamt investiert wird, gab Pernetta noch nicht preis. „Die Investitionssumme wird im Oktober bekannt gegeben.“