Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.07.2019


Standort Tirol

Vision wird Zug um Zug realer

Beim Bahnhofsprojekt in Mayrhofen geht hinter den Kulissen einiges weiter. Eine Einigung mit dem Großteil der Grundbesitzer ist mit Jahresende das Ziel.

Der Bahnhof Mayrhofen soll einem Neubau weichen, in dem unter anderem täglich 1280 kg Wasserstoff produziert und 3000 kg gespeichert werden sollen.

© DählingDer Bahnhof Mayrhofen soll einem Neubau weichen, in dem unter anderem täglich 1280 kg Wasserstoff produziert und 3000 kg gespeichert werden sollen.



Von Angela Dähling

Mayrhofen – Er hat ein bisschen was von einer Fata Morgana, der geplante Bahnhofsneubau in Mayrhofen. Seit Jahren geistert er in den Köpfen und als Plan herum, und doch ist er bis jetzt nur ein Papiertiger und eine Vision. Zumal es auch schon seit Jahren heißt, es liefen Gespräche mit den Grundbesitzern. Von Ergebnissen hörte man aber nie. Hinter den Kulissen passierte jedoch offenbar einiges, wie die Mayr­hofner Bürgermeisterin Monika Wechselberger, Verkehrsausschussobmann GV Markus Bair und der technische Vorstand der Zillertalbahn Helmut Schreiner erklären.

„Die Verhandlungen mit den Grundbesitzern sind jetzt sehr intensiv“, sagt GV Bair. „Jetzt sind wir in dem Stadium, wo es um konkrete finanzielle Angebote bzw. andere Varianten der Abgeltung geht“, sagt BM Wechselberger. Utopische Wünsche werden nicht erfüllt, sagt sie, und dass zum Schluss jeder wissen könne, was der andere erhält, weil der Wert der gleiche sei. 16 Grundbesitzer seien betroffen. Einig ist man sich jedoch noch nicht mit allen. „Die Grundablösen übernehmen wir mit rund fünf Mio. €“, sagt Wechselberger. Der Bahnhof ist Sache der ZVB, das Straßenprojekt Kreisverkehr-Nord/Anbindung Schwendaustraße Landes- und Gemeindesache.

Laut ZVB-GF Schreiner werden jetzt die Verträge mit Siegern des Architektenwettbewerbs für den Bahnhof fixiert. Zudem laufe eine Standortanalyse für die Wasserstoffanlage. Sie soll Aufschluss geben, wo im südlichen Bahnhofsbereich die Elektrolyseanlage (ca. fünf Mio €, zahlt der Verbund) sowie die Verdichter-, Speicher- und Betankungsanlage (ca. 17 Mio. €) für die Wasserstoffzüge am besten situiert werden. Im Herbst sollen die Ergebnisse für die dann folgenden Planungen vorliegen, mit Jahresende soll der Großteil der Grundverhandlungen abgeschlossen sein, blickt Schreiner voraus.

„Das ganze Projekt ist eingereicht beim Bund in Wien“, sagt Schreiner. Dort wird es geprüft – auch im Hinblick darauf, ob es ins MIP (Mittelfristiges Investitionsprogramm für Privatbahnen) aufgenommen wird. Schreiner: „Ich hoffe, dass wir im ersten Quartal 2020 die Zusage für die Fördermittel bekommen.“

Die Umsetzung des Bahnhofs- und Straßenprojektes ist mit 52 Mio. € veranschlagt. 34 Mio. € entfallen auf den Bahnhofsbau samt Tiefgarage und Tieferlegung der B169 dort, der Rest auf die weiteren Straßenbaumaßnahmen, die Land und Gemeinde betreffen.