Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.07.2019


Innsbruck/Innsbruck-Land

TVB Wipptal will mit Innsbruck Tourismus fusionieren

Während im Wipptal schon Beschlüsse für eine Fusion gefasst wurden, möchte der Innsbruck Tourismus nur auf Zuruf des Landes aktiv werden.

Das Wipptal möchte touristisch an Innsbruck andocken.

© TVBDas Wipptal möchte touristisch an Innsbruck andocken.



Von Denise Daum

Innsbruck, Steinach – Der Tourismusverband Innsbruck ist gefragt. Nachdem schon die Gemeinde Schönberg vom Stubaital nach Innsbruck wechseln wollte, strebt nun der TVB Wipptal eine Fusion an. Der Wunsch ist nicht neu, konkret wurde man aber in den vergangenen Jahren nie. Nun hat allerdings ein Gespräch der Führungsspitze der beiden Verbände rund um mögliche Kooperationen die Idee wieder aufflammen lassen. Die Wipptaler haben den Ball unmittelbar aufgenommen und Beschlüsse im TVB-Vorstand und Aufsichtsrat für eine Fusion gefasst, die einstimmig ausfielen. Für TVB-Obmann Kurt Hasenbacher ein „enorm wichtiges Signal, dass im Tal Einigkeit herrscht“. Auch die Politik steht „zu 100 Prozent“ hinter einem Zusammenschluss, wie Planungsverbandsobmann Alfons Rastner betont. „Das macht Sinn, weil wir im Wipptal zunehmend unter Bettenrückgängen leiden und uns für Marketingmaßnahmen vielfach die Mittel fehlen“, sagt Rastner.

Während die Wipptaler Feuer und Flamme sind, zeigt sich TVB-Innsbruck-Geschäftsführerin Karin Seiler-Lall zurückhaltend. „Wir verfolgen das nicht proaktiv weiter. Außer vom Land Tirol kommt der Auftrag zur Fusion. Dann nehmen wir das Wipptal mit.“ Seiler-Lalls Bedenken beziehen sich vor allem auf die Vermarktung. „Wir müssen schauen, was noch zur Marke Innsbruck passt. Nicht, dass wir uns verzetteln.“ Bereits jetzt zählen zum Verband neben der Landeshauptstadt 40 Orte in der Umgebung. Die Seitentäler des Wipptals würden Seiler-Lall zufolge schon zur Marke Innsbruck passen, beim Haupttal tue man sich schwerer. Sollte es aber so sein, dass die Fusion vom Land gewünscht ist, werde Innsbruck das auch meistern. „Wir sind groß genug, dass wir das schaffen“, versichert Seiler-Lall.

Gerhard Föger, Leiter der Tourismusabteilung im Land Tirol, schickt voraus, dass die Zeiten der Zwangsfusionierungen vorbei sind. Für einen Zusammenschluss der Verbände Wipptal und Innsbruck „kommen keine Impulse vom Land Tirol“. Wenngleich sich schon die Frage stellt, „ob das Wipptal bei Innsbruck nicht gut aufgehoben wäre“, wie Föger sagt. Hier bräuchte es vertiefende Gespräche. Am Zug seien die beiden Partner. „Vom Land wird in keinster Weise Druck ausgeübt.“

TVB-Wipptal-Obmann Hasenbacher erklärt, im Frühherbst weitere Gespräche mit Innsbruck führen zu wollen. Diese seien „ergebnisoffen“.