Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.07.2019


Falschgeld

427 Euro-Blüten in Tirol aus dem Verkehr gezogen

Im ersten Halbjahr 2019 ging das Falschgeldaufkommen deutlich zurück. Neue 100er und 200er fälschungssicherste Banknoten weltweit.

Das Falschgeldaufkommen in Tirol ging im ersten Halbjahr um knapp ein Drittel zurück.

© dpa/Boris RoesslerDas Falschgeldaufkommen in Tirol ging im ersten Halbjahr um knapp ein Drittel zurück.



Wien, Innsbruck – Das Falschgeldaufkommen ist österreichweit im ersten Halbjahr 2019 um ein Viertel zurückgegangen. Am deutlichsten war der Rückgang in Tirol.

„Gingen in Österreich die Fälschungen in diesem Zeitraum um ein Viertel zurück, so lag unser Bundesland mit einem Minus von 31 % nochmals deutlich darüber“, sagt Armin Schneider von der OeNB West. Im ersten Halbjahr tauchten demnach in Tirol 427 Fälschungen auf. „Damit ist Tirol auch in einer Reihung aller Bundesländer vom dritten Platz, den es in der Vergangenheit im Regelfall einnahm, auf den fünften Platz zurückgefallen“, erklärt Schneider. Österreichweit wurden 4395 „Blüten“ sichergestellt, um 1543 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Somit wurde nur jeder zehnte Falschgeldschein in Tirol gefunden. Vor fünf Jahren war es noch jeder vierte.

Ähnlich wie in Österreich entfällt auch in Tirol mit 54 % jede zweite Fälschung auf den Fünfziger. An der zweiten Stelle folgt der Zwanziger mit 28 %, womit dieser etwas häufiger als in Österreich (20 %) vorkommt. Dafür hat der Hunderter mit 12 % ein wesentlich geringeres Vorkommen, als es in Österreich (19 %) der Fall ist. Das wirke sich günstig auf die Schadenssumme in Tirol aus: Während in Österreich der Schaden durch die höhere Anzahl an aufgetretenen Fünfhundertern sogar etwas gestiegen ist, liegt dieser in Tirol mit 22.675 Euro um ein Drittel unter dem Vorjahreswert, schreibt die Nationalbank.

Zudem zeige sich, dass die Anzahl der professionellen Fälschungen zurückgegangen sei. Nur noch eine von vier gefälschten Banknoten entfällt in Tirol auf diese Herstellungsmethode. Aufgrund der simpleren Machart der meisten Fälschungen seien die Prüfschritte „Fühlen, Sehen, Kippen“ auch nach wie vor sehr gut geeignet, um ohne technische Hilfsmittel echte von gefälschten Banknoten unterscheiden zu können.

In diesem Zusammenhang verweist die OeNB auf die aus ihrer Sicht erfolgreiche Einführung der neuen 100er- und 200er-Banknoten. „Die Euro-Banknoten der zweiten Serie sind ein Hightech-Produkt, das aufgrund der umfangreichen Forschungsarbeit zu den qualitativ hochwertigsten bzw. fälschungssichersten Banknoten weltweit gehört“, sagt OeNB-Direktor Eduard Schock.

Die neuen Banknoten wurden schrittweise ab 2013 eingeführt. Den Abschluss bildeten die neuen 100er und 200er Ende Mai 2019. Die 500-Euro-Noten werden nicht neu aufgelegt, bleiben aber Zahlungsmittel. (TT, APA)