Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.07.2019


Bezirk Schwaz

Neuer Geschäftsführer will mit „offenem Ohr“ punkten

Heimlich, still und leise – so wirkt der Wechsel beim Tourismusverband Zell-Gerlos. Christian Daum soll frischen Wind in den Verband bringen.

TVB-Obmann Ferdinand Lechner (l.) arbeitet mit dem frischgebackenen Geschäftsführer Christian Daum schon an einer neuen Strategie für die Tourismusregion.

© Eva-Maria FankhauserTVB-Obmann Ferdinand Lechner (l.) arbeitet mit dem frischgebackenen Geschäftsführer Christian Daum schon an einer neuen Strategie für die Tourismusregion.



Von Eva-Maria Fankhauser

Zell, Gerlos – Das kam unerwartet: Nach 42 Jahren räumt Günther Hauser als Geschäftsführer des Tourismusverbands Zell-Gerlos sein Büro. Laut TVB-Obmann Ferdinand Lechner habe man immer gut zusammengearbeitet. Dennoch sei es Zeit für einen Wechsel gewesen. „Wir haben eine einvernehmliche Lösung gefunden“, erklärt Lechner. Auf die Frage, ob es Unstimmigkeiten gab, antwortet er: „In solchen Positionen geht es nie ganz reibungslos, aber wir haben immer alle Beschlüsse im Miteinander getroffen.“ Ungutes Ende habe es keines gegeben. Immerhin habe Hauser seinen Nachfolger bereits zwei Monate lang eingeschult.

Seit Anfang Juli ist Christian Daum nun als neuer Geschäftsführer auf sich gestellt. Er war früher bereits im Marketing der Zillertal Arena und bei den Mayrhofner Bergbahnen im Vertrieb tätig. Zudem hat er 2014 für drei Jahre berufsbegleitend Marketing und Kommunikationsmanagement an der FH Kufstein studiert. „Mir ist ein Miteinander mit allen Beteiligten in der Region wichtig, genauso wie der persönliche Kontakt. Ich habe für alle ein offenes Ohr und jeder kann mit Ideen zu mir kommen“, sagt Daum. Daher klappert er derzeit auch die zahlreichen Hotels der Region ab. Er will herausfinden, wo den Mitgliedern der Schuh drückt.

Als Herausforderung sieht der 30-Jährige, dass man ein Miteinander auf einen Nenner bringt und die Positionierung der einzelnen Orte nachhaltig nachschärft. Immerhin gelte es, sieben Gemeinden mit unterschiedlichen Bedürfnissen zu betreuen. Daher will man seitens des TVB nun auch ortsspezifische Projekte angehen.

Dazu läuft derzeit ein Strategie-Prozess an. Vor allem die Bereiche Marketing, Infrastruktur und der Servicegedanke spielen dabei eine wesentliche Rolle. „Der Verband soll ja nicht nur für den Gast da sein, sondern auch die Betriebe und deren Interessen vertreten“, sagt Lechner. Wichtig sei auch, dass die Verbände des Zillertales ein gemeinsames Ziel verfolgen und verstärkt zusammenarbeiten. Man wolle Infos bündeln und ein Kompetenz-Zentrum einrichten. „Damit man sich dann wiederum mehr auf die einzelnen Dinge in jedem Ort konzentrieren kann“, sagt Daum.

Ausschreibung für den Geschäftsführer-Posten gab es übrigens keine. „Christian war unser Wunschkandidat. In dieser Position braucht es jemanden, der Herr über die Zahlen ist, den persönlichen Umgang mit Partnern, Mitgliedern usw. draufhat und einen Weitblick besitzt, was in den Märkten passiert – da haben wir nun einen Top-Mann“, ist Lechner überzeugt.

Über anstehende Projekte wollten die beiden derzeit noch nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Außer darüber, dass gemeinsam mit der Zillertal Arena am Gerlosstein ein Alpparadies entsteht. Von einer Aussichtsplattform am Gerlos Kögel bis hin zum Themenweg soll dort in zwei Abschnitten bis nächstes Jahr ein naturnaher Publikumsmagnet entstehen.