Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.08.2019


Bezirk Landeck

Flirscher Tunnel bekommt sein eigenes Kraftwerk

Die Behörde hat den Bau des geplanten Gonderkraftwerks der Asfinag genehmigt. Bis gebaut werden kann, sind noch einige Punkte offen.

Der Flirscher Tunnel soll künftig über ein eigenes Kleinwasserkraftwerk mit Energie versorgt werden.

© ReichleDer Flirscher Tunnel soll künftig über ein eigenes Kleinwasserkraftwerk mit Energie versorgt werden.



Von Matthias Reichle

Flirsch – Er hat einen großen Appetit auf Energie – der Flirscher Tunnel hat einen jährlichen Stromverbrauch von 0,46 GWh oder 130 Vierpersonenhaushalten. Künftig soll ein eigenes Wasserkraftwerk seinen Hunger decken und die Stromrechnung senken. Dazu plant die Asfinag am Flirscher Gonderbach ein eigenes Kraftwerk – die TT berichtete.

Inzwischen liegen die Natur-, Forst- und Wasserrechtsbescheide vor – sie sind auch bereits rechtskräftig, wie es seitens des Straßenerhalters gestern hieß. „Wir müssen aber noch hinsichtlich des Baus und der Errichtung weitere Punkte klären, die auch einen Einfluss auf die finale Planung des Kraftwerks haben“, erklärt Sprecher Alexander Holzedl.

Dazu dürften auch Zufahrtsrechte zur Baustelle gehören – aber es sind auch noch andere Details, die offen sind, so Holzedl. „Das Ziel ist, einen Großteil des Strombedarfs des Flirscher Tunnels aus eigener Energieproduktion decken zu können“, erläutert Projektleiter Günter Fritz. „Die grundsätzlichen Genehmigungen liegen bereits vor. Untersuchungen des Ökosystems in diesem Bereich wurden bereits durchgeführt.“

Heuer konnte auch mit der Gemeindegutsagrar Flirsch eine Vereinbarung über die Wasserkonsensmenge erzielt werden. „Wir haben zuerst über eine Einmalzahlung verhandelt“, betont Bürgermeister Roland Wechner. Die Asfinag sollte die Wasserentnahme mit 125.000 Euro abgelten. Schlussendlich hat man sich auf eine jährliche Zahlung geeinigt. Es fließen 3250 Euro – ein Cent für jede der 325.000 kW/h Jahresproduktion. Die Vereinbarung laufe auf 40 Jahre und sei indexgesichert, erklärt der Bürgermeister. Das macht den Gemeindesäckel zwar nicht voll – „aber es tröpfelt so vor sich hin“, betont er.

„Mit dem Entscheid des Gemeinderates rund um die Wassernutzung ist ein wichtiger Schritt in Richtung weitere Planung und Umsetzung gemacht worden“, freut sich auch Fritz. „Die Asfinag arbeitet daran mit Hochdruck, kann aber erst nach Herstellung aller notwendigen Rahmenbedingungen genauere Details zu Baustart oder Kosten mitteilen.“ Bei der Projektpräsentation sprach man von 900.000 Euro.




Kommentieren


Schlagworte