Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.08.2019


Bezirk Reutte

Vom Erschöpfungsstolz all der Gestressten im Außerfern

Die Junge Wirtschaft Außerfern hatte zum Sommercocktail ins Werkhaus geladen. Knapp 100 Jungunternehmer waren gekommen.

„Full House“ herrschte Mittwochabend im Werkhaus beim Sommercocktail der Jungen Wirtschaft in Reutte.

© Mittermayr Helmut„Full House“ herrschte Mittwochabend im Werkhaus beim Sommercocktail der Jungen Wirtschaft in Reutte.



Reutte – „Du Franz, es tut mir jetzt schon fast leid“, witzelte Business Speaker Hannes Treichl während seines Vortrages beim Sommercocktail der Jungen Wirtschaft in Reutte in Richtung Franz Hörl. Der angesprochene Obmann der Seilbahnwirtschaft der WK Österreich, Gastwirt in Gerlos und Politiker verfolgte wie fast 100 weitere Interessierte die Ausführungen des Vortragenden. Im Zuge seiner unkonventionellen Erörterungen wunderte sich Treichl wiederholt, wie man sich nur in den Massenbetrieb eines Ski­liftes begeben könne, wo doch gerade die Stille des Skitourengehens größte Befriedigung bringe. Hörl gab sich als guter Gast im Außerfern – und lachte einfach mit. Der Zillertaler streute dann den Jungunternehmern auch Rosen: „Ihr habt Schneid und gehört zur Elite der Gesellschaft.“

Über einen neuen Gästerekord von knapp 100 Unternehmern und Unternehmerinnen, inklusive knapp 20 frischgebackener Handwerksmeister, freute sich Andrea Speckbacher, Vorsitzende der Jungen Wirtschaft im Außerfern, beim Sommercocktail. Nach der Vorstellung diverser Leistungen der Wirtschaftskammer – auch der aktiven Hilfe beim Eintreiben offener Rechnungen im Ausland, etwa bei nicht bezahlten Übernachtungen – machten es sich Wirtschaftskammerobmann Christian Strigl, WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler, Clemens Plank, Landesvorsitzender der JW Tirol, und viele mehr im Werkhaus gemütlich, um den pointierten Ausführungen von Hannes Treichl zu folgen. Der Tiroler hielt dann ein Plädoyer für das Begeistertsein, für das Brennen für eine Idee. Die Persönlichkeit, die Einzigartigkeit eines Unternehmers mache den Erfolg, nicht so sehr das Produkt. Das Alleinstellungsmerkmal, nach dem alle suchen würden, gebe es nicht. Denn alles sei kopierbar. Die Frage „Wofür?“ in Bezug auf eine Firma sei eine ganz wichtige. Wichtiger als das Warum oder Was. Der tiefere Sinn und Mehrwert eines Unternehmens erschließe sich daraus für Kunden, aber vor allem auch für die Mitarbeiter. Früher hätte noch jeder einen Schöpfungsstolz besessen, wenn er mit seinen Händen mit viel Arbeit etwas geschaffen habe. In einer digitalen Welt würde nichts mehr manuell hergestellt. Heute gebe es nicht „viel Arbeit, sondern nur noch viel Stress“. Und der führe zum Erschöpfungsstolz. (TT)