Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Exklusiv

Tiroler IT-Schmiede will in Europa kräftig expandieren

Die Innsbrucker Firma Be-terna wuchs nach Zukauf in Slowenien auf 800 Mitarbeiter an. Jetzt soll die Umsatzmarke von 100 Mio. Euro fallen. Weitere Expansion sind geplant.

Mit der Übernahme der slowenischen Adacta beschäftigt das Software-Unternehmen Be-terna mit Sitz in Innsbruck inzwischen 800 Mitarbeiter.

© Be-ternaMit der Übernahme der slowenischen Adacta beschäftigt das Software-Unternehmen Be-terna mit Sitz in Innsbruck inzwischen 800 Mitarbeiter.



Von Max Strozzi

Innsbruck – Der breiten Öffentlichkeit ist das Innsbrucker IT-Unternehmen Be-terna wohl kaum ein Begriff. 2005 wurde die Firma in Innsbruck gegründet und ist seither auf kräftigem Expansionskurs. „Wir sind ein Beratungsunternehmen, das auf Business-Software spezialisiert ist. Das heißt, dass zum Beispiel Einkauf, Verkauf, Produktionsplanung mit unserer Software gesteuert werden können, um Prozesse lückenlos abzubilden“, erklärt Firmenchef Christian Kranebitter, der einst gemeinsam mit zwei Partnern das Unternehmen ins Leben gerufen hat, welches seither nach eigenen Angaben jährlich stets im zweistelligen Prozentbereich aus eigener Kraft gewachsen ist. Inzwischen sei man auch ein strategischer Partner von Microsoft und arbeite direkt mit der Microsoft-Entwicklung zusammen. Auch mit Cloud-Dienstleisterm gebe es Partnerschaften.

Nach dem ersten großen Zukauf in Deutschland im Jahr 2016 (Bedav) hat Be-terna kürzlich die slowenische Softwarefirma Adacta Services mit 300 Mitarbeitern übernommen, wodurch der Mitarbeiterstand schlagartig auf 800 Beschäftigte anwuchs – 150 davon arbeiten in Innsbruck. Inzwischen zählt sich die Tiroler Firm zu Europas Top fünf in der Nische für Business-Software. „Die Übernahme ist der erste Schritt, um unsere Internationalisierung voranzutreiben“, schildert Kranebitter. Um die internationale Expansion zu finanzieren, sei Ende 2018 die in München ansässige „DPE – Deutsche Private Equity“ ins Boot geholt worden. Interessant in Bezug auf mögliche weitere Übernahmen seien beispielsweise die Benelux-Region, Skandinavien oder die baltischen Staaten. „Wir haben bereits unsere Fühler ausgestreckt“, sagt der Firmenchef. In der Branche herrsche derzeit eine Konsolidierungswelle, „weil viele kleine IT-Firmen zu klein sind, um mit mächtigen Technologien umgehen zu können“.

"Die Übernahme von Adacta ist der erste Schritt, um unsere Internationalisierung voranzutreiben." - Christian Kranebitter
 (CEO Be-terna)
"Die Übernahme von Adacta ist der erste Schritt, um unsere Internationalisierung voranzutreiben." - Christian Kranebitter
 (CEO Be-terna)
- Be-terna

Insgesamt unterhalte Be-terna derzeit 17 Standorte in sechs Ländern. Der Umsatz lag zuletzt bei 90 Millionen Euro, heuer soll laut Kranebitter die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro fallen. Derzeit seien weitere 70 Stellen für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ausgeschrieben – vom Software-Entwickler über Techniker bis zum Betriebswirt. „Wir versuchen, auch in Innsbruck den Mitarbeiterstand auszubauen“, so Kranebitter. Die Landeshauptstadt sei mit Uni und MCI übrigens ein gutes Pflaster, um Mitarbeiter zu finden, betont Kranebitter.