Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 14.08.2019


Exklusiv

Hotel Cordial, Villen und Co: Tirols größte Immobilien-Deals

Die heuer bis dato teuersten Tiroler Immobilien wurden im Bezirk Kitzbühel verkauft: Bis auf ein Hotel gingen sie durchwegs an Vermögende aus Deutschland. Manche Deals sorgten bereits für Schlagzeilen.

Der im vergangenen Winter erfolgte Verkauf des Hotel Cordial in Reith bei Kitzbühel ist heuer das bislang teuerste Immobilien-Geschäft in Tirol.

© StrozziDer im vergangenen Winter erfolgte Verkauf des Hotel Cordial in Reith bei Kitzbühel ist heuer das bislang teuerste Immobilien-Geschäft in Tirol.



Von Max Strozzi

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Innsbruck, Kitzbühel — Immobilien im Wert von 1,8 Mrd. Euro haben im ersten Halbjahr in Tirol offiziell den Besitzer gewechselt, wurden also ins Grundbuch eingetragen. Knapp ein Viertel der Summe wurde im Bezirk Kitzbühel umgesetzt, wie der Maklerverbund Remax in seinem Immobilienpreisspiegel erhoben hat. Kein Wunder, dass auch heuer die teuersten Immobiliendeals im Bezirk Kitzbühel über die Bühne gingen.

1) Hotel Cordial in Reith: Der teuerste Verkauf 2019 betrifft das Hotel Cordial in Reith bei Kitzbühel. Nach dem Konkurs der Linzer Gesellschaften Imperial und Cordial wurden in Tirol insgesamt drei Hotels aus der Konkursmasse verkauft. Eines davon war das Hotel Cordial in Reith, welches die Firmengruppe des Kitzbüheler Hoteliers Christian Harisch und des Investors Stefan Rutter für 17,4 Millionen Euro erwarb.

2) Immo-Fonds: Nummer zwei der diesjährigen Hitliste ist ein Anwesen mit knapp 4000 m² samt einem Gebäude in Kitzbühel. Eine Immobilienprojektgesellschaft erwarb die Liegenschaft von den Eigentümern für 12 Millionen Euro. Inzwischen wurde knapp die Hälfte der Immobilie in einen Immobilienfonds mit Sitz in München eingebracht.

3) „Schönes Haus": Knapp dahinter rangiert ein „schönes Haus", wie es Remax bezeichnet, in Jochberg. Erworben hat es ein Münchner Rechtsanwalt für 11,7 Millionen Euro. Verkäufer ist eine Münchner Vermögensverwaltung, die 2015 das Grundstück mit dem damals darauf befindlichen Haus um 1,6 Mio. Euro erworben hatte.

4) Villa in Kitzbühel: Platz vier nimmt eine Villa in Kitzbühel ein, die mehrmals in die Schlagzeilen geriet. Erstmals, als die Firma RA Projektentwicklung des deutschen Pudding-Milliardärs Richard Oetker 2015 die Villa für 2,9 Mio. Euro kaufte. Schon damals kritisierte die Opposition die Nähe zwischen der Oetker-Firma und der Steuerberatungskanzlei des Kitzbüheler Bürgermeisters Klaus Winkler (ÖVP), der bei der Muttergesellschaft der Oetker-Firma (RA Immobilien) eine Vollmacht für Firmenbucheintragungen etc. hält. Der Bürgermeister ist als Stadtherr auch Bauinstanz, ihm obliegt zudem die Kontrolle der Freizeitwohnsitzthematik.

Auch der heuer verbücherte Verkauf der neu errichteten Villa für 10,25 Millionen Euro an einen Hamburger Unternehmer sorgte für Schlagzeilen. Zumal sich aus öffentlich einsehbaren Unterlagen bestätigt hat, dass die Oetker-Firma RA Projektentwicklung ein Kunde der Steuerkanzlei des Orts­chefs ist — so war im Zuge des Verkaufs beispielsweise eine Inventarliste des Objekt an die Kanzlei des Ortschefs adressiert. BM Winkler hat stets eine mögliche Befangenheit oder Unvereinbarkeit zurückgewiesen und heuer gegenüber dem Kurier betont, dass weder er einen Baubescheid unterschrieben habe, noch seine Kanzlei direkt an diesem Immobiliengeschäft beteiligt gewesen sei.

5) Aurach I: Einem deutschen Ehepaar war heuer eine Villa in Aurach auf rund 1220 m² Grund 9,4 Millionen Euro (ohne Nebenkosten) wert. Verkäufer ist ein Wiener Immobilien-Entwickler, der die Liegenschaft 2017 für 2 Mio. Euro erworben hatte. Auch der unmittelbare Nachbar der nunmehrigen Eigentümer hat erst heuer sein neues Anwesen erworben, das an dieser Stelle als ...

6) ... Aurach II bezeichnet wird. Ein Münchner zahlte einem Tiroler Bauträger, der das unbebaute Grundstück für 2,5 Mio. Euro erworben hatte, für die neu gebaute Villa knapp 8,3 Millionen Euro.