Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 16.08.2019


Bezirk Reutte

TVB zuversichtlich: Neue Bahn auf Jöchelspitze soll im Winter fahren

Die Arbeiten an der neuen Bahn auf die Jöchelspitze laufen. Der anfangs anvisierte Eröffnungstermin im September war nicht zu halten.

Die tonnenschweren Bauteile warten im Bereich der Talstation darauf, verbaut zu werden.

© TscholDie tonnenschweren Bauteile warten im Bereich der Talstation darauf, verbaut zu werden.



Von Simone Tschol

Bach – Das Areal rund um die alte und neue Talstation der Jöchelspitzbahn in Bach gleicht derzeit dem Ersatzteillager eines Seilbahnherstellers und bringt vorbeispazierende Wanderer ins Staunen. Die tonnenschweren Einzelteile der neuen Jöchelspitzbahn – Stützen, Träger, Rollen etc. – warten säuberlich sortiert darauf, am Berg verbaut zu werden.

Mitte März wurde mit dem Abbau des 40 Jahre alten Sesselliftes, dessen Konzession auslief und nicht mehr verlängert werden konnte (die TT berichtete), begonnen.

Noch ist die Trasse leer, der Blick Richtung Bergstation frei.
Noch ist die Trasse leer, der Blick Richtung Bergstation frei.
- Tschol

Zeitgleich fiel der Startschuss für den Bau einer neuen 8er-Kabinen-Einseilumlaufbahn. Das 6,6 Millionen Euro teure Projekt wird von Land Tirol, Gemeinden, Touristikern und den Skiliften Warth, welche die Bahn in Bach 2007 übernommen haben, gemeinsam gestemmt.

„Es ist alles auf Schiene“, heißt es von Seiten der Skilifte Warth. Und auch Marc Baldauf, Obmann des Tourismusverbandes Lechtal, ist optimistisch. „Der ganz zu Beginn der Planungen anvisierte Eröffnungstermin im September hält zwar nicht, da Genehmigungen noch abzuklären und bauausführende Firmen schwer zu finden waren. Aber es schaut gut aus, dass die Bahn zur Wintersaison hin aufsperrt“, so Baldauf gegenüber der TT und fügt hinzu: „Wir vertrauen da voll auf die Bergbahnen. Es ist ja keine wirklich komplizierte Bahn.“ Die Verzögerung sei für den TVB alles andere als relevant. „Ob die Bahn jetzt im Herbst noch zwei oder drei Wochen gefahren wäre, spielt wirklich keine Rolle.“

Im Ortszentrum von Elbigenalp wird unterdessen mit einer Kabine für die neue Jöchelspitzbahn geworben.
Im Ortszentrum von Elbigenalp wird unterdessen mit einer Kabine für die neue Jöchelspitzbahn geworben.
- Tschol

Die Trassenführung und Länge der neuen Jöchelspitzbahn ist mit dem alten Sessellift ident. Fahrzeiten, Kapazität und Komfort unterscheiden sich jedoch gravierend. Mit einer Geschwindigkeit von 6 Metern pro Sekunde werden die 28 Kabinen dafür sorgen, dass Sommerausflügler und Wintersportler in 5,7 Minuten und ohne Anstrengung den Höhenunterschied von 550 Metern überwinden können. Die Förderkapazität der neuen Jöchelspitzbahn, der einzigen Kabinenbahn im Lechtal, liegt bei 1150 Personen pro Stunde.