Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 16.08.2019


Osttirol

Rekordtag mit 6000 Radlern auf dem Drauradweg

Der Drauradweg von Innichen nach Lienz ist bei Urlaubern beliebt wie nie zuvor.

6000 Radler waren am Mittwoch auf dem Drauradweg von Innichen nach Lienz unterwegs.

© Markus Rehmann6000 Radler waren am Mittwoch auf dem Drauradweg von Innichen nach Lienz unterwegs.



Von Christoph Blassnig

Innichen, Lienz – Der Zuspruch sei weiterhin enorm, sagt Karl Fritz Schmidhofer, Gründer des Sportfachgeschäftes Papin Sport in Innichen und mittlerweile nach eigenen Angaben europaweit führender Anbieter von Fahrraddienstleistungen. Am Mittwoch zählten Schmidhofer und die anderen Verleiher auf der Strecke von Innichen nach Lienz 6000 Radler. Der Abschnitt ist so beliebt, weil ein beständiges Gefälle die Fahrt erleichtert. Zurück geht es für die Touristen per Bahn, nachdem sie die geliehenen Drahtesel in Lienz zurückgegeben haben. Die Tickets für die Bahnfahrt können die Ausflügler bereits in den Verleihshops auf italienischer Seite kaufen. Die dortigen Kartenautomaten sind an die ÖBB angebunden.

„Wir sind am Mittwoch mit 20 Autos und Anhängern nach Lienz gefahren, um am Abend alle Räder wieder zurückzuholen“, berichtet Schmidhofer. Der August sei bekanntlich die stärkste Zeit des Jahres, doch die beste Woche sei nach langjähriger Erfahrung erst die kommende. „An Tagen mit solchem Andrang sind wir fast überfordert“, gesteht der Unternehmer. Bis 22 Uhr hätten die Angestellten alle Hände voll zu tun gehabt, bis alle Räder wieder zu ihren jeweiligen Besitzern zurückgebracht waren.

Schmidhofer lobt die rasche Wiederherstellung des Drauradweges nach seiner Zerstörung durch das Unwetter im vergangenen Oktober. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich das ausgeht und der geschotterte Weg der Belastung auf Dauer standhält“, meint der Radverleiher. Doch alle Sorgen seien unbegründet gewesen, „man hat in Osttirol seitens der Straßenverwaltung sehr gut gearbeitet“. Nächstes Jahr wird die Strecke wieder vollständig asphaltiert sein. „Heuer bekommen wir sehr staubige Räder zurück, aber das nehmen wir gerne in Kauf.“

Die Hauptkunden seien weiterhin Familien mit Kindern. Immer häufiger nutzen auch Hundebesitzer das Angebot. Für die Vierbeiner stehen eigene Anhänger zur Verfügung. Dem allgemeinen Trend zu E-Bikes folgen auch die Radler auf dem Drauradweg. „Es sind fünf bis sieben Prozent aller Zweiräder, die wir inzwischen als E-Bikes verleihen. Doch die Nachfrage steigt rasant“, berichtet Schmidhofer. Vor allem ältere Familienangehörige, die sich bisher die Strecke von rund 40 Kilometern nicht zugetraut hätten, würden ihre Verwandten nun gerne begleiten.

Die Südtiroler Verleiher sind seit Jahren in die Planung des neuen Mobilitätszentrums der ÖBB in Lienz mit eingebunden. „Wir freuen uns, die Anlage nächstes Jahr in Betrieb nehmen zu können“, erklärt Schmidhofer. Derzeit sei man mit den Detailplanungen beschäftigt. Luft nach oben sieht der Unternehmer auf der Strecke indes nicht mehr. „6000 sind die Grenze.“