Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.08.2019


Bezirk landeck

Landeck bei den Einkommen am Tabellenende

Die Lohnsteuerstatistik 2017 zeigt ernüchternde Ergebnisse: Laut AK-Studie liegen die mittleren Verdienste im Bezirk Landeck 13,3 Prozent unter dem Tirol-Schnitt. Nur 21,9 Prozent der Frauen arbeiten ganzjährig in Vollzeit.

Landeck ließ im April mit guten Daten zu Arbeitsmarkt, Lebensqualität, Wirtschaft und Demografie aufhorchen. Der hohe Anteil an saisonalen Jobs rückt den Bezirk allerdings an das Tabellenende bei den Einkommen.

© WenzelLandeck ließ im April mit guten Daten zu Arbeitsmarkt, Lebensqualität, Wirtschaft und Demografie aufhorchen. Der hohe Anteil an saisonalen Jobs rückt den Bezirk allerdings an das Tabellenende bei den Einkommen.



Von Helmut Wenzel

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Landeck – Männer haben im Bezirk Landeck 30.801 Euro brutto verdient, Frauen 15.298 Euro. Das ergibt ein mittleres Jahreseinkommen von 21.915 Euro für alle unselbstständig Beschäftigten im Jahr 2017. Der Abstand zum Tiroler Durchschnittseinkommen mit 25.313 Euro macht 13,3 Prozent aus. Die Männer haben 6,8 Prozent weniger als im Tirol-Schnitt verdient, die Frauen 17,9 Prozent weniger. Womit Landeck im Ranking der Bezirke die Rote Laterne trägt. Spitzenreiter ist Innsbruck-Land, wo die Einkommen 10,8 Prozent über dem Tirol-Schnitt liegen.

Basis der kürzlich vorgelegten Studie der AK Tirol sind die Lohnsteuerdaten der Statistik Austria. Man habe sämtliche Erwerbseinkommen der unselbstständig Beschäftigten (einschließlich öffentlich Bedienstete bzw. Beamte) für das Jahr 2017 ausgewertet, erklären die Autoren. „Das heißt, Transferleistungen wie Arbeitslosengeld oder Kindergeld bleiben unberücksichtigt.“ Dargestellt sind die so genannten Medianeinkommen. Der Medianwert von 30.801 Euro (netto 22.464 Euro) besagt, dass 50 Prozent der Männer im Bezirk Land­eck mehr und 50 Prozent weniger verdient haben.

Die Autoren merken an, dass „häufige saisonale Unterbrechungen der Beschäftigungsverhältnisse im Bezirk Landeck“ als Ursache für die niedrigen Erwerbseinkommen auftreten würden. Während 51,9 Prozent der Männer ganzjährig und in Vollzeit beschäftigt waren, haben nur 21,9 Prozent der Frauen ohne saisonale Unterbrechung in Vollzeit gearbeitet. „Womit Landeck als Bezirk mit den tirolweit deutlich niedrigsten Anteilen an ganzjähriger Vollzeitarbeit aufscheint“, resümieren die Autoren. Vor diesem Hintergrund liege das durchschnittliche Monatseinkommen der Frauen bei 888 Euro netto, heißt es in der Studie.

Aber auch die ganzjährigen Vollzeitjobs im Bezirk wurden unter die Lupe genommen. Hier haben die Autoren ein Bruttojahreseinkommen von 30.858 Euro ermittelt. „Damit liegt der Bezirk Landeck nur 1,2 Prozent unter dem Tiroler Schnitt“, so das Resümee. Die Männer kamen auf 41.289 Euro, die Frauen auf 31.726 Euro. Und: „Die Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen bei ganzjähriger Vollzeitarbeit betrug im Bezirk 23,2 Prozent. Im Tiroler Durchschnitt liegt der Einkommensunterschied bei 19 Prozent.“

Am besten verdient haben ganzjährig vollzeitbeschäftigte Männer: 48.427 Euro brutto gab es im Bezirk für Jobs im öffentlichkeitsnahen Sektor. Dahinter folgt der Verkehrsbereich (inklusive Seilbahnwirtschaft) mit 41.423 Euro. Die Frauen kamen im öffentlichkeitsnahen Sektor auf 38.776 Euro.

Auf der Gewinnerseite steht der tourismusdominierte Bezirk Landeck nur bei der Entwicklung der Realeinkommen. Diese liegen 1,9 Prozent über dem Tirol-Schnitt.

Landecker AMS meldet Vollbeschäftigung

Von Vollbeschäftigung sprechen Ökonomen in Österreich, wenn die Arbeitslosenrate höchstens 3,5 Prozent beträgt. Der Bezirk Landeck weist für Juli eine Quote von 2,3 Prozent aus, also Vollbeschäftigung. Laut AMS waren 10.059 Frauen und 11.879 Männer unselbstständig beschäftigt. In Summe ergibt das einen Höchststand von 22.244 Arbeitnehmern im Bezirk. 4258 davon waren Ausländer. Über das AMS haben die Betriebe 114 Lehrstellen ausgeschrieben, sieben Mädchen und sieben Burschen waren auf Lehrstellensuche vorgemerkt. 1030 Frauen und 456 Männer waren geringfügig beschäftigt — ein leichter Anstieg gegenüber 2018.