Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.08.2019


Osttirol

Osttirols Planungsverband: Zwei Jahre Vorsprung beim Breitbandausbau

Mit Lavant und Iselsberg-Stronach schließen die letzten Gemeinden an das Regionet an. Der Planungsverband 36 ist führend in Tirol.

Alle 15 Gemeinden des Planungsverbandes 36 bauen am Regionet über Lichtfaserkabel.

© Christoph BlassnigAlle 15 Gemeinden des Planungsverbandes 36 bauen am Regionet über Lichtfaserkabel.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Der Lienzer Gemeinderat hat in einer seiner vergangenen Sitzungen Tiefbauarbeiten um 1,2 Millionen Euro für den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur im Stadtgebiet an den Bestbieter vergeben. Heuer werden damit verbliebene weiße Flecken im Bereich Grafenanger erschlossen. Dann verlagert sich der Schwerpunkt erstmals in den Südosten der Stadt, wie Silvio Trojer vom Regionet erklärt. Der Planungsverband 36 Lienz und Umgebung sei den anderen Tiroler Bezirken um zwei Jahre voraus, befindet Trojer. Während mit Iselsberg-Stronach und Lavant bald alle 15 Gemeinden angebunden seien und diese ihr eigenes Leitungsnetz bis zu den Grundstücken ausbauen, stünden andere Regionen Tirols noch völlig ohne Konzept da und damit erst ganz am Anfang.“

„Wir arbeiten uns ab Herbst und bis Ende nächsten Jahres sukzessive über die Trist­acher Straße in den Stadtteil Eichholz vor“, legt Trojer den weiteren Fahrplan offen. In jenen Straßen ist bislang keine Versorgung über Lichtfaser verfügbar. „Es sind neue Wasserleitungen zu verlegen. Wir verbinden das Notwendige mit dem Nützlichen“, sagt der Leiter der Regionet-Abteilung, die seit 2017 im Wasserwerk besteht und mittlerweile auf drei Mitarbeiter angewachsen ist. „Wir machen in der Abteilung alles selbst, von der Projektierung über die Vergabe bis zur Dokumentation“, erläutert Trojer. Von diesem Wissen vor Ort profitiere nicht nur die Stadt, sondern nach Wunsch auch alle Gemeinden der drei Osttiroler Planungsverbände. „Beispielsweise vertrauen Leisach und Tristach uns ihre Planungen an. “

Trojer steht auch überregional in stetem Austausch mit anderen Regionen, Geräteherstellern und Serviceprovidern. „Das Tiroler Modell bewährt sich“, ist der Regio­net-Vertreter überzeugt. „Die Planungsverbände und ihre Gemeinden bauen die Glasfaser-Infrastruktur und vermieten die Netze dann an Versorgungsunternehmen. Das fördert den Wettbewerb und stellt einen Ausbau bis in entlegene Gegenden sicher.“

In der Stadt Lienz habe der Ausbaustand inzwischen 70 Prozent erreicht. Schwierig gestaltet sich die Verlegung in der Innenstadt, wo man aufwändige Grabungsarbeiten vermeiden möchte. Die Anschlussquote in Lienz liegt derzeit bei etwa 20 Prozent. „Wir sind selbst überrascht von der hohen Nachfrage. Unsere Trupps haben zu den stärksten Zeiten im Frühjahr und im Herbst alle Hände voll zu tun“, sagt Trojer. „Ziel muss sein, nicht nur alle Häuser, sondern wirklich jede Wohneinheit mit einer separaten Glasfaser zu erschließen.“ Technisch sei das in allen Gebäuden auch nachträglich gut umzusetzen.

Die günstigsten Tarife beginnen bei rund 22 Euro monatlich. Auf seiner Homepage wirbt das Regionet aktuell noch mit einer maximalen Download-Geschwindigkeit von 300 Megabit. Einer der drei Anbieter zeigt inzwischen mit 1000 Megabit im Download, was derzeit für Privatkunden im Regionet möglich ist – wohlgemerkt um wohlfeile 199,99 Euro pro Monat.