Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 31.08.2019


Bezirk Kufstein

Photovoltaik-Anlagen: Weg von fossilen Brennstoffen

Neuer Standort für das Geschäft mit Photovoltaik-Anlagen in Reith im Alpbachtal.

Am Dach eines Reither Bauernhofes mit Photovoltaik-Anlage standen Josef Huber, Elisabeth Köstinger und Josef Hechenberger (v. l.).

© ZwicknaglAm Dach eines Reither Bauernhofes mit Photovoltaik-Anlage standen Josef Huber, Elisabeth Köstinger und Josef Hechenberger (v. l.).



Von Walter Zwicknagl

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Reith i. A. – Fast täglich ist vom Klimanotstand die Rede. Und dabei gerät immer mehr die Verwendung fossiler Brennstoffe ins Fadenkreuz. „Dabei hat die Sonnenenergie ein Riesenpotenzial, das es zu nutzen gilt“, sagte Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger, als er mit Elisabeth Köstinger, der ehemaligen Ministerin, bei einer Wahlkampftour am Dach des Bauernhofes von Leonhard Thaler in Reith im Alpbachtal stand und dort die Photovoltaik-Anlage besichtigte. Wenn man das Jahresbudget des Landes Tirol mit rund 3,7 Milliarden Euro im Blick habe, müssten davon 2,2 Milliarden Euro für Gas und Öl verwendet werden.

„Da können wir unsere Erfahrung einbringen“, meinte der Reither Josef Huber, der sich seit 2011 mit Photovoltaik-Anlagen beschäftigt und nun neben dem Sitz von „selina photovoltaik“ am Stubenring in Wien ein Gemeinschaftsbüro in Reith eröffnete. Erfahrung habe man bei Großanlagen für Industrie und Gewerbe ebenso wie im landwirtschaftlichen Bereich. Büroleiter ist sein Bruder Thomas, der Niederlassungsleiter Tirol, als Partnerfirma bot sich in Reith Baumeister Stefan Müllner an.

„Wir können mit unseren Anlagen jährlich mehr als 35.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen und somit die elektrische Energie für mehr als 10.000 Haushalte nachhaltig erzeugen“, zeigt Josef Huber auf. Rund 130.000 Photovoltaik-Module würden dafür eingesetzt. Stolz ist er auf ein Großvorhaben für eine Getränkefirma in Edelstal im Burgenland, das vor wenigen Monaten abgeschlossen wurde. „Aber auch in Tirol haben wir in diesem Metier etliche Herzeigestandorte“, betont Huber. Mit 25 Leuten schaffe man die dafür notwendigen Dienstleistungen. Ein großes Anliegen sind Köstinger neue gesetzliche Rahmenbedingungen. Ein Ausbaugesetz müsse so schnell wie möglich beschlossen werden. Die Ibiza-Affäre habe einen solchen Schritt bisher aber verhindert. „Klimaschutz funktioniert nur, wenn wir von fossiler Energie Abstand nehmen“, sagt sie energisch.

„Damit der Umstieg nicht zur Belastung wird, müssen Anreize und passende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Zukunft der Region ist die Zukunft des Klimaschutzes“, betont Hechenberger.