Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.09.2019


Bezirk Landeck

Tag der offenen Tür: Ansturm zum Kraftwerk in Silvretta-Region

Zwischen Silvretta-Stausee (Bild) und Vermunt-Speicher liegen 291 Meter Fallhöhe, die vom Pumpspeicherkraftwerk Obervermunt genutzt werden.

© WenzelZwischen Silvretta-Stausee (Bild) und Vermunt-Speicher liegen 291 Meter Fallhöhe, die vom Pumpspeicherkraftwerk Obervermunt genutzt werden.



„Schon jetzt ist Obervermunt II eine Erfolgsgeschichte", sagte Vorarlbergs LH Markus Wallner beim Tag der offenen Tür im riesigen unterirdischen Krafthaus in der Silvretta-Region. Der Standort liegt zwar im Montafon, unweit von Galtür, die Beziehungen zum Bezirk Landeck sind jedoch vielfältig. „Wir haben viele Mitarbeiter aus Tirol, besonders aus dem Paznaun", erläuterte Andreas Neuhauser, Sprecher des Stromversorgers illwerke vkw AG. Der Andrang am Wochenende war enorm. Laut Kraftwerksbetreiber kamen 20.000 Besucher, davon Hunderte aus Landeck.

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Obervermunt II gilt als das derzeit modernste Pumpspeicherkraftwerk im Alpenraum, wie die Festredner bei der Eröffnungsfeier im Juni hervorhoben. Seit der Eröffnung sind laut Abteilungsleiter Gerd Wegeler rund 535 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen dem Silvretta-Stausee und dem Vermunt-Speicher bewegt worden. Wenn Windräder und Photovoltaikanlagen überschüssigen Strom produzieren, wird dieser genutzt, um Wasser in den 291 Meter höher gelegenen Silvretta-Stausee zu pumpen — die enorme Menge von 67,5 Kubikmeter pro Sekunde.

Bei starker Stromnachfrage fließt das Wasser in die Gegenrichtung. Zwei riesige Maschinenanlagen mit 360 Megawatt Leistung gehen in Betrieb, um Strom zu produzieren. „Das passiert innerhalb von wenigen Sekunden", so Neuhauser. „Das Kraftwerk dient zum Ausgleich von Schwankungen im europäischen Netz, also zur Vorsorge gegen einen Blackout."

20.000 Besucher besichtigten das unterirdische Kraftwerk.
20.000 Besucher besichtigten das unterirdische Kraftwerk.
- Wenzel

Das Regelarbeitsvermögen liegt bei 253 GWh jährlich, der Betreiber hat 500 Mio. Euro in die Anlagen investiert. Zum Vergleich: Das in Bau befindliche GKI Ovella-Prutz soll 604,9 Mio. Euro kosten. Ein Teil der benötigten Wassermenge in Obervermunt kommt übrigens aus dem Bezirk Land- eck. Laut Wegeler werden jährlich 200 Mio. Kubikmeter aus der Tiroler Silvretta-Region ins Ländle übergeleitet. (hwe)