Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 06.09.2019


Bezirk Imst

Neubau ergänzt Pflegezentrum Gurgltal in Imst-Mitte

Nach langen Vertragsverhandlungen und Vorarbeiten in Konzeption und Planung ist der zweite Bauabschnitt des Pflegezentrums Gurgltal auf Schiene. Tagesbetreuung und betreutes Wohnen kommen endlich.

Das Gesicht der Imster Pfarrgasse verändert sich.

© ParthDas Gesicht der Imster Pfarrgasse verändert sich.



Von Thomas Parth

Imst — Das Pflegezentrum Gurgltal in Imst-Mitte war von Beginn an darauf ausgelegt, moderne Formen der Pflege zu integrieren. Dies erwies sich letztlich als Fortsetzungsroman mit sieben Kapiteln:

Ein zurückhaltender Neubau lenkt künftig den Fokus auf den historischen Bestand.
Ein zurückhaltender Neubau lenkt künftig den Fokus auf den historischen Bestand.
- Studiolois

1) Nun, nach einigen Jahren der Vorbereitung, steht das Raumkonzept, welches vom Pflegeverband und den Notwendigkeiten vorgezeichnet wurde, fest. „Wir spüren den täglichen Druck und dass der Bedarf nach solchen Einrichtungen sehr groß ist", bestätigen die Leiterin des Pflegezentrums Andrea Jäger und Pflegedienstleiter Harald Thurner unisono.

2) Eine genaue Analyse des denkmalgeschützten „Klösterles", welches die Pfarrgasse auch architektonisch prägt, förderte Erkenntnisse über die vielen Bauabschnitte des Gebäudes zutage. Nachdem das Objekt als denkmalgeschützt gilt, hatte auch das Denkmalamt ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Letztlich war man mit den Planungen der Eigentümer einverstanden.

3) Der Wunsch der Eigentümer, die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Innsbruck, ließ eine soziale Nutzung zu.

4) Die Architekten „studiolois" aus Innsbruck bemühten sich darum, für die historisch wertvollen und erhaltungswürdigen Gebäudeteile mit dem betreuten Wohnen eine sinnvolle Nutzung zu finden. Für die pflegeintensiveren Bereiche war ein Neubau allerdings unumgänglich. Die Visualisierung aus der Perspektive der Pfarrgasse lässt bereits die Intention der Planer erahnen: „Ziel war es, einen dezenten, neuen Baukörper harmonisch mit dem Bestand in Einklang zu bringen", formuliert Architektin Barbara Poberschnigg.

5) Laut dem ambitionierten Zeitplan des Obmanns des Pflegeverbands BM Rudolf Köll aus Tarrenz soll noch „im Winter" mit den Abrissarbeiten begonnen werden. Danach werde man sich bei der Stadtgemeinde Imst um die rasche Ausfolgung eines Baubescheides bemühen. „Erst nachdem ein rechtskräftiger Baubescheid erlassen ist, wird der auf 70 Jahre anberaumte Baurechtsvertrag gültig", informiert Köll.

6) Erste Baukostenschätzungen zu Planungsbeginn waren noch von zwölf Millionen Euro ausgegangen.

7) Bis 2024 sollen zwei Hausgemeinschaften mit maximal 30 Betten entstehen. Für das betreute Wohnen für Menschen ab den Pflegestufen eins bzw. zwei sind 18 bis 20 Single-Wohnungen mit jeweils 35 bis 40 m2 vorgesehen. Hinzu kommen zwölf Tagesbetreuungsplätze sowie eine Erweiterung der Tiefgarage.