Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.09.2019


Osttirol

Südlich der Bahnsteige in Lienz wird das Mobilitätszentrum fertig

Die Arbeiten auf der Großbaustelle am Bahnhof Lienz liegen im Zeitplan. Minister Andreas Reichhardt begutachtete die Fortschritte.

Wo die Walze entlang der Betonmauer die Fahrbahn ebnet, gehen und fahren nach der Fertigstellung der Unterführung Fußgänger und Radfahrer. Die Abfahrt biegt nach links bis unter den Bahnhof.

© Christoph BlassnigWo die Walze entlang der Betonmauer die Fahrbahn ebnet, gehen und fahren nach der Fertigstellung der Unterführung Fußgänger und Radfahrer. Die Abfahrt biegt nach links bis unter den Bahnhof.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Die markante neue Brücke über die Drau mit ihren gewundenen weißen Tragbögen wurde inzwischen fertig gestellt. Über sie gelangen in Zukunft Radfahrer und Fußgänger zum südlichen Bereich des Bahnhofs Lienz. Die Brücke und einer der beiden Park-and-Ride-Parkplätze westlich sind bereits asphaltiert. Der Flussübergang dient einstweilen noch als Baustellenzufahrt.

Am Montag überzeugte sich Verkehrs- und Infrastrukturminister Andreas Reichhardt persönlich vom Baufortschritt. Das Land Tirol, die Gemeinden und die ÖBB investieren 29 Millionen Euro in das Mobilitätszentrum Lienz. „Der Ausbau des Bahnangebotes gerade in den ländlichen Regionen ist mir ein besonderes Anliegen“, erklärte der Minister. „So können wir noch mehr Menschen von den Vorteilen der Bahn überzeugen. Die Bahnhöfe als multimodale, barrierefreie Verkehrsdrehscheiben spielen hier eine zentrale Rolle.“

Gert Lenzhofer und Torsten Wastian (v. l.) von der ÖBB Infrastruktur AG sind mit dem Bau des Mobilitätszentrums Lienz befasst.
Gert Lenzhofer und Torsten Wastian (v. l.) von der ÖBB Infrastruktur AG sind mit dem Bau des Mobilitätszentrums Lienz befasst.
- Christoph Blassnig

Für die Strecken- und Anlagenentwicklung der ÖBB (SAE) ist Torsten Wastian in Lienz projektverantwortlich. „Wir stellen heuer den Bereich südlich des neuen Inselbahnsteiges, über den ab dem nächsten Jahr die Radfahrer ihre Züge besteigen, fertig.“ Das beinhaltet auch den Abschnitt der neuen Radfahrer- und Fußgängerunterführung bis dorthin. Neu errichtet wird derzeit eine so genannte „Panzerrampe“, weiß Gert Lenzhofer, ebenfalls von der SAE. „Eine solche dient zum Verladen von Schwerfahrzeugen auf den Schienenverkehr, zum Beispiel für das Bundesheer – daher der Name.“ Inmitten der Baustelle befindet sich die historische Drehscheibe. Diese steht unter Denkmalschutz und soll künftig für die Ausstellung von Schienenfahrzeugen verwendet werden können.

Der eingeschoßige Gebäudeteil, in dem sich bisher die ÖBB-Postbus-Verkehrsstelle befand, wird heuer noch abgetragen. An diese Stelle kommt später ein Lebensmittel-Nahversorger.

Am derzeitigen Parkgelände entlang der B100 entsteht heuer noch ein provisorisches Bus-Terminal, wie Wastian ausführt. „Für die Busse werden wir eigene Ein- und Ausfahrten zur B100 hin errichten.“ Der bisherige unterirdische Gang von den Bahnsteigen bleibt nur noch bis zum Bahnhofsgebäude erhalten. Der Abschnitt unter der Ankunftshalle soll als Lager Verwendung finden. Der nördliche Teil mit dem Stiegenaufgang ist im Besitz der Stadt Lienz.

Im nächsten Jahr wird es dann nördlich des Bahnhofsgebäudes ernst. Die B100 wird verlegt, um die Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung samt Ausfahrt am Bozner Platz fertigstellen zu können. Die bestehenden Bahnsteige werden nach dem heutigen Stand der Technik erneuert. Der Bus-Bahnhof wird gebaut. Die Gesamtfertigstellung des Mobilitätszentrums ist für 2021 geplant.

Die markante neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Drau wurde fertig gestellt und bereits asphaltiert.
Die markante neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Drau wurde fertig gestellt und bereits asphaltiert.
- Christoph Blassnig



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