Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.09.2019


Bezirk Reutte

Stadt Vils forciert ein neues Gewerbegebiet im Osten

Maho zeigt weiter Interesse an der Ansiedelung eines Logistikcenters. Die ehemals favorisierte Fläche im Westen wurde vom Land abgelehnt.

Im rot markierten Bereich könnte in Vils ein neues Gewerbegebiet (samt Maho-Logistikcenter-Ansiedelung) entstehen.

© charly winklerIm rot markierten Bereich könnte in Vils ein neues Gewerbegebiet (samt Maho-Logistikcenter-Ansiedelung) entstehen.



Von Helmut Mittermayr

Vils – Vor knapp zwei Jahren war Vils hochemotionalisiert. Die mögliche Ansiedelung eines Logistikcenters des Allgäuer Maschinenbauers Maho (DMG Mori) im Westen der Stadt hatte zu politischen Verwerfungen, einer Volksbefragung, einem Beharren des Gemeinderates und Rücktritt eines Mandatars geführt. Inzwischen sind die Monate ins Land gegangen und das Land Tirol hat den von Stadt und Maho favorisierten Standort an der Ortsausfahrt Richtung Pfronten nicht genehmigt. Obwohl bereits Gewerbe und Industrie dort angesiedelt sind, wurden seitens des Landes Gründe des Ortsbildes für die Ablehnung ins Treffen geführt.

Die Gegner der Maho-Ansiedelung wird es gefreut haben. Sie hatten aber schon damals als Kompromiss auch eine alternative Variante im Osten der Stadt ins Treffen geführt – im bereits bestehenden Gewerbegebiet Stegen (bei der Grenztankstelle Huter). Dort ist mit „Nachbar“ Natura 2000 aber keine Erweiterung mehr möglich, wie Bürgermeister Manfred Immler erklärt. Nun könnte sich an der Achse von Stegen Richtung Stadt aber eine neue Chance auftun. Hier soll ein neues Gewerbegebiet entstehen, wenn es nach dem Willen des Gemeinderates geht. Die Schaffung solch einer Gewerbezone an der Langgasse, wie die Vilser den kerzengeraden Streckenabschnitt der L69 von Reutte kommend nennen, wurde vor wenigen Tagen im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.

Im besagten Gebiet zeigen neben Maho auch andere Unternehmen Interesse für eine Ansiedelung. Im Gegensatz zu den Erregungen von 2017 und 2018 ist es bis jetzt ruhig geblieben. Vielleicht auch deshalb, weil in Vils die Rede davon ist, dass Maho dann den internen Werksverkehr zwischen Pfronten und Vils (dieser müsste quer durch die Stadt) nur mit Klein-Lkw und in weiterer Folge sogar mit Elektro-Lkw bestreiten würde. Die großen Brummer würden hingegen den Weg über den Grenztunnel und die A7 nehmen. Davon hat Stadtchef Immler zwar noch nichts gehört, ihm ist es aber wichtig zu erklären, dass die Verhandlungen mit den Grundbesitzern im möglichen neuen Gewerbegebiet erst im Laufen sind und bisher auch nicht mit allen eine Übereinkunft erzielt werden konnte.

Gleich drei Bahnübergänge – zu Zementwerk, Kläranlage und ein landwirtschaftlicher – sollen entlang der Langgasse aufgelassen und stattdessen ein einziger neuer, sicherer errichtet werden. Gebiet und Unternehmen werden künftig über eine neue, zur Bahn parallele Straße erschlossen.




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