Letztes Update am Mo, 16.09.2019 10:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kooperation mit Google

Innsbrucker Start-up AQT macht Quantencomputer zugänglich

Innsbrucker Forscher arbeiten daran, einen kommerziellen Quantencomputer zu bauen. Eine Kooperation mit Google soll die Hardware zugänglich machen.

Prof. Peter Zoller (Uni Innsbruck), Dr. Markus Hoffmann (Google) und Dr. Thomas Monz (AQT) (v.l.).

© M. R. KnablProf. Peter Zoller (Uni Innsbruck), Dr. Markus Hoffmann (Google) und Dr. Thomas Monz (AQT) (v.l.).



Innsbruck, Mountain View – Das Innsbrucker Quantencomputer-Spin-off Alpine Quantum Technologies GmbH (AQT) macht seine Hardware für Forscher und Industriepartner zugänglich. Die Tiroler Hightech-Rechner können nun mit dem von der Firma Google entwickelten Programmieransatz für Quantencomputer namens Cirq bedient werden, heißt es seitens AQT und der Universität Innsbruck am Montag.

Gegründet wurde das universitäre Spin-off von den Quantenphysikern Rainer Blatt, Peter Zoller und Thomas Monz mit dem Ziel des Baus eines kommerziellen Quantencomputers. An der Uni Innsbruck bzw. dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wurden in den vergangenen Jahrzehnten entscheidende Fortschritte in dem Bereich erzielt.

Die Tiroler Wissenschafter verfügen bereits über einen programmierbaren Ionenfallen-Quantencomputer mit 20 Quantenbits, die grundlegende Informationseinheit des Quantencomputers. Einzelne in Ionenfallen gehaltene Atome, die mit Lasern manipuliert werden können, gelten als vielversprechendes Grundkonzept für die Realisierung praktikabler Quantenbits. Ein anderes Konzept verfolgt etwa Google, das auf supraleitende Elektronik setzt.

Die verschiedenen Ansätze haben unterschiedliche Stärken und Schwächen und in der Regel auch verschiedene Anforderungen an Programmiersprachen, heißt es. Dies erschwere es potenziellen Nutzern, Quantencomputer-Prototypen zu verwenden, die die Lösung von rechnerischen Problemen versprechen, die auch herkömmliche Supercomputer nicht berechnen können. Trotz der unterschiedlichen Zugänge können nun über das Open Source-zugängliche Cirq-Framework auch Quantenalgorithmen für die Innsbrucker Hardware erstellt werden.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Jetzt können Forscher und Industriepartner ihre Quantensoftware problemlos auf den Innsbrucker Quantencomputern ausführen. Weiters sind nun Schüler und Studenten in der Lage, ihr Wissen zum Ausführen von Quantenalgorithmen auf tatsächlicher Hardware aufzubauen“, so Markus Hoffmann von Google München. Man habe nun eine „einfache und effektive Schnittstelle zwischen internationalen Quanten-Software-Entwicklern und unserer in Innsbruck ansässigen Quanten-Computer-Infrastruktur“ zur Verfügung, sagte AQT-Geschäftsführer Thomas Monz. (APA)