Letztes Update am Mo, 16.09.2019 10:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Insolvenzen

2019 über 8000 Privatpleiten, Firmenpleiten in Tirol stiegen dramatisch

Ein deutliches Plus gab es bei Privatinsolvenzen in Salzburg. Tirol sticht bei Firmeninsolvenzen hervor.

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© Erwin WodickaSymbolfoto.



Wien, Innsbruck – 8060 Privatinsolvenzen gab es in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres. Das ist zwar um 7,9 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor, die Zahlen sind aber nur bedingt vergleichbar, da es im Jahr 2017 eine Novelle im Insolvenzrecht gab. Diese erleichterte die Privatpleite, weil die Mindestquote gesenkt wurde, die der Schuldner zurückzahlen muss.

Bei den Firmeninsolvenzen ist die Lage mit 2. 252 eröffneten Pleiten bundesweit annähernd unverändert. Hierbei verzeichnete Tirol mit einem Plus von 34,6 Prozent einen dramatischen Anstieg (allerdings ausgehend von sehr niedrigen Zahlungen in den vorangegangenen Jahren), während in Kärnten ein Rückgang der Pleiten um über neun Prozent aufweist.

„Das Jahr 2017 mit lediglich 4758 eröffneten Privatkonkursen dokumentiert das damalige Zuwarten auf die Novelle, mit welcher ab 01.11.2017 die zehnprozentige Mindestquote im Abschöpfungsverfahren abgeschafft wurde und dieses zudem von sieben auf fünf Jahre verkürzt wurde“, schreibt dazu der AKV Europa in einer Aussendung. Die Durchschnittsverschuldung der Privaten lag heuer bei 134.700 Euro. Das ist ein Viertel über dem Wert von 2016, aber um ein Fünftel unter dem Wert von 2018, rechnet der AKV vor.

Im Bundesländervergleich sticht Salzburg hervor, wo die Privatkonkurse sogar gegenüber dem Rekordjahr 2018 um neun Prozent zugenommen haben. (APA, TT.com)