Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.09.2019


Standort Tirol

Wirbel um Minus der Messe Innsbruck

Experte bestätigt operatives Messe-Minus. Come: Laufende Ausgaben werden aus eigener Kraft gestemmt.

Die Congress Messe Innsbruck ist ein Zuschussbetrieb.

© Thomas Boehm / TTDie Congress Messe Innsbruck ist ein Zuschussbetrieb.



Von Max Strozzi

Innsbruck – Der TT-Bericht über die Verluste der Congress Messe Innsbruck (Come) hat gestern viel Staub aufgewirbelt. Wie berichtet, geht aus den von der Come erstellten, vom Wirtschaftsprüfer als korrekt befundenen und im Firmenbuch einsehbaren Jahresabschlüssen hervor, dass die Come in den vergangenen Jahren jeweils negative Betriebsergebnisse zwischen 450.000 und 1,6 Mio. Euro geschrieben hat, die auch als operatives Ergebnis bezeichnet werden, wie etwa Steuerberater Harald Houdek bestätigt. Die Jahresverluste sind noch etwas höher – 2018 etwa schreibt die Come im Lagebericht selbst von einem Jahresfehlbetrag von 1,17 Mio. Euro. Auch Messedirektor Christian Mayerhofer bestätigte, dass die Come – wie andere Messen auch – ein Zuschussbetrieb sei.

Die in den Jahresabschlüssen veröffentlichten, negativen Betriebsergebnisse stehen so auch im Beteiligungsbericht von Wirtschafts-LR Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP). Sie zeichnete gestern bei ihrer Rede zur Eröffnung der Gastro-Messe Fafga ein anderes Bild. Die Come habe 2018 laut Zoller-Frischauf „einen operativen Gewinn von 1,3 Millionen Euro“ und 2017 „einen operativen Gewinn von 1,4 Millionen Euro“ erzielt und seit 2013 „keinen einzigen operativen Verlust“ verzeichnet. Dabei bezog sie sich auf eine Cash-Flow-Rechnung. Der Cash Flow ist zwar eine wichtige Kennzahl, sagt aber nichts über einen Gewinn aus, wie Come-Aufsichtsrat Herbert Weissenböck bestätigt. Dass die Landesrätin den Cash-Flow als Gewinn bezeichnete, sei wohl „in der Hitze des Gefechts“ passiert.

Knackpunkt sind im Wesentlichen die Abschreibungen von jährlich ca. 2 Mio. Euro (Folge des Messe-Umbaus vor Jahren), die in der Regel auch erwirtschaftet werden sollten. In den Cash-Flow-Rechnungen werden sie nicht berücksichtigt, in den Jahresabschlüssen dagegen sehr wohl, wodurch die Come – wie berichtet – jährlich Verluste aufwies. „Wir wären froh, wenn wir die Abschreibungen aus eigener Kraft erwirtschaften könnten“, sagt Weissenböck. Dies sei für Messen aber kaum möglich. Er räumt ein, dass man ins operative Ergebnis auch die Abschreibungen zählen könne. Die Ergebnisse der Come hätten sich aber dramatisch gebessert: „Inzwischen erwirtschaften wir auch drei Viertel der Abschreibungen selbst.“ Die Messe sei ein Erfolg.

Ohne Berücksichtigung der Abschreibung, die von den Gesellschaftern (Land, Stadt, WK, TVB) via Zuschüsse über die Rücklagen gedeckt wird, sei die Come operativ positiv, erklärte das Büro Zoller-Frischauf: „Die Gesellschaft kann alle laufenden Ausgaben aus eigener Kraft mehr als decken.“

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