Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.09.2019


Tirol

“Wir schaffen was!“: Heimische Betriebe zeigen ihre soziale Ader

Im Rahmen der Wirtschaftskammer-Initiative „Wir schaffen was!“ setzen sich heimische Firmen und ihre Lehrlinge für Sozialorganisationen ein.

Die Montage des neuen Zauns beim betreuten Wohnen von SOS-Kinderdorf am Lohbachufer übernahmen gestern die fleißigen Lehrlinge Frank Giuliani, Manuel Kapeller und David Gabl (ÖBB-Infrastruktur AG, v. l.).

© DomanigDie Montage des neuen Zauns beim betreuten Wohnen von SOS-Kinderdorf am Lohbachufer übernahmen gestern die fleißigen Lehrlinge Frank Giuliani, Manuel Kapeller und David Gabl (ÖBB-Infrastruktur AG, v. l.).



Innsbruck – Tiroler Sozialeinrichtungen unterstützen und zugleich den Nachwuchskräften die Bedeutung sozialer Verantwortung vermitteln: So lauten die Ziele der neuen Initiative „Wir schaffen was! Freiwilligenprojekte der Tiroler Lehrlinge“. Bei diesem Pilotprojekt, initiiert von der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer (WK) Tirol, engagieren sich heimische Betriebe gemeinsam mit ihren Lehrlingen für Sozialorganisationen und -einrichtungen aus Tirol. „Diese hatten die Möglichkeit, bei der Wirtschaftskammer dringende Projekte einzureichen“, führt Désirée Stofner (WK Tirol, Sparte Industrie) aus. Eine Reihe von Firmen hätten gleich Bereitschaft gezeigt, die Aktion freiwillig zu unterstützen.

Das erste Projekt, das gestern finalisiert wurde, ist die Erneuerung eines Zaunes beim betreuten Wohnen von SOS-Kinderdorf am Lohbachufer in Innsbruck. Acht Jugendliche im Alter zwischen 16 und 20 Jahren leben dort weitgehend selbstständig in acht kleinen Wohnungen und werden in ihrer sozialen und beruflichen Integration sowie in der persönlichen Lebensbewältigung und Entwicklung unterstützt.

Der Zaun entstand im Zusammenspiel mehrerer Betriebe: Die Firma Pfeifer stellte das Holz für die Zaunelemente, den Zuschnitt übernahm „skzimmerei gmbh“, die Lackierung die Adler-Werk Lackfabrik. Lehrlinge der ÖBB-Infrastruktur AG kümmerten sich dann um die Montage.

„Unsere Lehrlinge sind normalerweise eher im Bereich Elektro und Metall tätig“, erklärt Ausbildungsleiter Markus Heim (ÖBB Infra). „Hier haben sie die Chance, außerhalb der üblichen Tätigkeit aktiv zu werden.“ Es gehe darum, „über den Tellerrand hinauszuschauen, das passiert in der Ausbildung vielfach zu wenig“, meint Ausbildungsleiter Michael Enders von der Adler-Werk Lackfabrik. „Unsere Lehrlinge sollen besondere Erfahrungen sammeln können.“ Zugleich gehe es natürlich um den guten Zweck.

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In der ersten Phase von „Wir schaffen was!“ werden laut Stofner rund sechs bis sieben Sozialprojekte umgesetzt, etwa ein Dutzend Tiroler Betriebe sind an Bord. So fertigt die Firma Swarovski Optik Leselupen für Bewohner des Absamer Seniorenheims, Strabag und „Bellutti Planen“ realisieren ein Beschattungsprojekt für das Zirler Gemeinschaftsgartl. „Mit dem bisherigen Echo sind wir zufrieden“, bilanziert Stofner. (md)