Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.09.2019


Osttirol

„Sorgenkind“ Hochstein soll zum Erlebnisberg werden

Der Hochstein soll ganzjährig attraktiv gemacht werden. Der Lienzer Gemeinderat hat einen kostspieligen Entwicklungsprozess genehmigt.

Nur die erste Sektion bis zur Moosalm haben die Lienzer Bergbahnen am Hochstein bisher modernisiert. Im Winter soll ein neuer Natur-Rodelweg, mit 12 Kilometern der längste Tirols, in Betrieb gehen.

© Christoph BlassnigNur die erste Sektion bis zur Moosalm haben die Lienzer Bergbahnen am Hochstein bisher modernisiert. Im Winter soll ein neuer Natur-Rodelweg, mit 12 Kilometern der längste Tirols, in Betrieb gehen.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Der Hochstein ist seit vielen Jahren ein Sorgenkind der Stadt Lienz. Der Sessellift von der Moos- zur Sternalm ist seit 45 Jahren in Betrieb und bietet entsprechend wenig Komfort. Ebenso der Schlepplift, dessen Bergstation sich ein ganzes Stück unterhalb der vor einigen Jahren runderneuerten Hochsteinhütte befindet. Mehrmals stand ein Weiterbetrieb der defizitären Anlagen am Lienzer Hausberg bereits auf der Kippe.

Vor ziemlich genau einem Jahr haben Vertreter der Stadt Landeshauptmann Günther Platter das Projekt „Hochstein 2020+“ vorgestellt. In einem „kooperativen Wandlungs- und Entwicklungsprozess“ will man dem Sorgenkind zu neuem Schwung verhelfen. Der Hochstein soll als ein ganzjähriger Erholungs- und Erlebnisberg positioniert und dadurch nicht nur überlebensfähig, sondern einträglich werden. In seiner jüngsten Sitzung hat der Lienzer Gemeinderat einstimmig rund 85.000 Euro für die Fortführung dieses Entwicklungsprozesses freigegeben und das Projekt angenommen – wobei die Stadtgemeinde Eigenmittel in der Höhe von 21.240 Euro einbringt. Der mit 70 Prozent weit überwiegende Teil des Geldes kommt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie vom Amt der Tiroler Landesregierung.

Stadtmarketing-Leiter Oskar Januschke legte dem Gemeinderat einen Zwischenbericht über die inzwischen erfolgten Maßnahmen vor. Nach dem Treffen mit dem Landeshauptmann habe man den beabsichtigten Wandlungsprozess auch der Bezirkshauptmannschaft in Grundzügen dargelegt, da für die Umsetzung eine Fülle von Genehmigungsverfahren notwendig sein wird. Im Jänner gab es eine Besprechung über aktuelle Maßnahmen und Aktivitäten für die heurigen Sommer- und Wintersaisonen. Der Bereichssprecher für Tourismus im Tiroler Landtag, Mario Gerber, hat im März dieses Jahres seine Unterstützung für das Projekt „Hochstein 2020+“ zugesagt. Im Mai fanden Gespräche mit möglichen privaten Investoren unter dem Titel „Naturresort Hochstein“ statt. Mit der Schultz-Gruppe habe es keine Gespräche gegeben, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik auf Nachfrage.

Als ein Beispiel dafür, wie man bestehende Einrichtungen und Wege erweitern und neu nutzbar machen möchte, haben die Mandatare den geplanten Rodelweg von der Hochsteinhütte bis ins Stadtgebiet diskutiert. Martin König vom Amt für Gartenbau und Forst hält eine Inbetriebnahme in einigen Monaten für möglich, wenn die behördlichen Bescheide ergehen und das Wetter den Bau von 500 Metern fehlender Wegstrecke bis zur Hochsteinhütte zulässt. Es entsteht der längste Rodelweg Tirols mit 12 km Länge und zugleich eine neue Mountainbike-Route.

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