Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.09.2019


Bezirk Landeck

„Landeck hat einen entspannten Wohnungsmarkt“

NHT übergab gestern Freitag 21 Mietwohnungen. In der Bezirksstadt

liegen die Mieten zwischen 5,50 und 12 Euro pro Quadratmeter.

Wohnungsübergabefeier am Freitag in der Malserstraße – von rechts: StR Herbert Mayer, Stadtpfarrer Martin Komarek, Wohnungsreferent StR Johannes Schönherr und NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner.

© WenzelWohnungsübergabefeier am Freitag in der Malserstraße – von rechts: StR Herbert Mayer, Stadtpfarrer Martin Komarek, Wohnungsreferent StR Johannes Schönherr und NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner.



Landeck – Über nagelneue Wohnungen inklusive Tiefgaragenplätzen dürfen sich die Mieter im Haus Malserstraße 80 freuen. Die Neue Heimat Tirol (NHT) hat auf dem Grundstück der ehemaligen Malerei Greuter in 16 Monaten ein Projekt mit Kosten von 3,6 Mio. Euro realisiert. Der Nachfrage entsprechend habe man 19 Zweizimmer- und zwei Dreizimmerwohnungen mit 55 bzw. 90 Quadratmetern gebaut.

„Der Quadratmeterpreis liegt bei 8,55 Euro inklusive Heizung, Betriebs- und Nebenkosten sowie Pkw-Stellplatz“, hob NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner hervor. „Wir sind überzeugt, das ist ein attraktives, leistbares Angebot in Landeck.“

Die Anlage hat auch eine soziale Komponente: Sieben Wohnungen werden von Klienten der Lebenshilfe Land­eck genutzt, zwei weitere sind für die Landecker sozialpädagogische Wohngemeinschaft Haus Terra reserviert.

„Die Wohnraumsituation hat sich weitgehend entspannt. Von einem Notstand kann keine Rede sein“, sagte der Obmann des städtischen Wohnungsausschusses, StR Johannes Schönherr, am Rande der Segnungsfeier.

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Die Stadt besitzt das Vergaberecht für mehr als 1200 Mietwohnungen, die von gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften errichtet wurden. Auf der Warteliste sind laut Schönherr rund 200 Wohnungswerber vorgemerkt – ein vergleichsweise niedriger Wert. „Nur 50 davon haben bisher noch keine Wohnung zugewiesen bekommen.“ Lediglich zwei Werber habe der Ausschuss wegen hoher Dringlichkeit vorziehen müssen. Die vier Notfallwohnungen, welche die Stadt bei häuslicher Gewalt oder Scheidungen vergibt, seien derzeit nur geringfügig ausgelastet.

Weil die Landecker Mieter neuere Wohnungen klar bevorzugen, stünden derzeit einige Altbauwohnungen leer, zeigte der Wohnungsreferent auf. Während im günstigsten Fall die Miete 5,50 Euro pro Quadratmeter kostet, liegen die Höchstmieten in Landeck bei 12 Euro. „Aber wir registrieren wieder deutlich mehr Nachfrage nach Eigentumswohnungen“, weiß Schönherr. Mangels Angebot an Wohnungseigentum seien einige Landecker inzwischen nach Zams übersiedelt.

Nachdem die Haushaltsgröße nach wie vor schrumpfe, würden vorzugsweise Kleinwohnungen gebaut. Laut Meldeamtsleiter Benno Flatschacher zählt die Stadt derzeit 3314 Haushalte bei 7669 Einwohnern mit Hauptwohnsitz – ergibt eine Haushaltsgröße von 2,3 Personen.

„Wenn jemand eine Vierzimmerwohnung braucht, tun wir uns schwer“, stellte Schönherr fest. „Diese gibt es nur noch in älteren Wohnanlagen.“ Eine Herausforderung sieht er in Mehrparteienhäusern mit hohem Migrantenanteil. „Da passt die Mischung der Mieter nicht.“ (hwe)