Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 23.09.2019


Standort Tirol

Golfclub Seefeld-Wildmoos umwirbt Familien

Zum 50-Jahr-Jubiläum gibt es die Einschreibgebühr fast geschenkt, um Mitglieder zu gewinnen. Investitionen von 1,5 Millionen Euro stehen an.

Golfclub-Präsidentin Andrea Hoch-Sarnthein investierte in ein neues Entrée.

© Denise DaumGolfclub-Präsidentin Andrea Hoch-Sarnthein investierte in ein neues Entrée.



Von Denise Daum

Seefeld – Die Golfer sagen, dass der Herbst in Seefeld-Wildmoos die schönste Spielzeit ist. Tatsächlich bietet die Natur derzeit ein prächtiges Farbenspiel. Das allein reicht aber nicht, um neue Mitglieder anzuziehen. Die Zeiten, als der Golfsport boomte, sind vorbei. Vor 50 Jahren wurde der Platz gebaut, um den Sommertourismus anzukurbeln. Seefeld-Wildmoos war damals der zweite 18-Loch-Platz in Österreich. Das Konzept ging auf, der Ansturm war in den folgenden Jahren so gewaltig, dass temporär sogar ein Aufnahmestopp verhängt werden musste. „Aber seit rund zehn Jahren stagnieren wir“, weiß Golfclub-Präsidentin Andrea Hoch-Sarnthein. Man hat, wie fast alle Clubs, mit Überalterung der Spieler zu kämpfen. „Der Altersdurchschnitt unserer Mitglieder liegt bei über 60 Jahren“, erklärt Hoch-Sarnthein. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen.“

Für das heurige 50-Jahr-Jubiläum hat sich der Club etwas einfallen lassen und setzte die Einschreibgebühr von 5000 auf 50 Euro herab. Damit sollen vor allem Familien angesprochen werden. Bislang war die Aktion erfolgreich, 100 neue Mitglieder konnten gewonnen werden. Die Gesamtzahl liegt bei 630.

„Die Mitgliedsbeiträge decken gerade mal die Personalkosten ab. Der laufende Betrieb wird über die Greenfee-Einnahmen finanziert“, sagt die Präsidentin. Auch Turniere seien wichtig, um an Geld zu kommen. Sonderausgaben und Investitionen stellen den Club regelmäßig vor große Herausforderungen. Gerade wurden 300.000 Euro in Entrée und Übungsgelände investiert, schon steht die nächste Großaufgabe bevor: Die Bewässerung muss erneuert werden – keine kleine Sache bei einem Golfplatz. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro.

Finanzielle Unterstützung kommt auch von der Gemeinde Seefeld. Obwohl diese selbst mit dem Club Seefeld-Reith einen Golfplatz betreibt, sollen heuer 12.000 Euro an Sondersubventionen nach Wildmoos fließen. Für Bürgermeister Werner Frießer ist das kein Widerspruch. „Wir haben kein Konkurrenzdenken, sondern sehen den Club in Wildmoos als eine wichtige Ergänzung“, so Frießer. Das Subventionsansuchen wurde im Sommer zwar im Gemeinderat vertagt, „weil wir noch mit dem Tourismusverband klären wollten, wie hoch sein Anteil an Subventionen ist“, erklärt Frießer. Der Beschluss in der kommenden Gemeinderatssitzung dürfte aber nur noch eine Formsache sein.

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