Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 25.09.2019


Bezirk Landeck

Innovation im Oberland: Ökostrom erstmals in Salzwasser gespeichert

Innovative geförderte Anlage befindet sich in Prutzer Autohaus, Betrieb spart jährlich 3000 Euro Stromkosten sowie 10.000 Kilo CO²-Ausstoß.

Die Photovoltaikanlage verwandelt Sonnenstrahlen in Ökostrom. Dieser wird entweder sofort im Betriebsgebäude genutzt oder am Wochenende im innovativen Salzwasser-Batteriespeicher zwischengelagert.

© TT-ArchivDie Photovoltaikanlage verwandelt Sonnenstrahlen in Ökostrom. Dieser wird entweder sofort im Betriebsgebäude genutzt oder am Wochenende im innovativen Salzwasser-Batteriespeicher zwischengelagert.



Von Helmut Wenzel

Prutz – Toni Heiß, Chef des gleichnamigen Autohauses in Prutz, schickt zumindest einen Teil seiner Stromrechnung an die Sonne. Das Dach seines Betriebsgebäudes hat er mit einer 111 m² großen Kollektorfläche bestückt.

Allein die Photovoltaikanlage am Dach ist noch nichts Besonderes, die haben andere Ökostromfans auch. Neu im Oberland ist, dass Heiß die elektrische Energie in einem Salzwasser-Batteriespeicher zwischenlagern kann. Die vor wenigen Jahren in den USA entwickelte Technologie gilt derzeit als sicherste und umweltfreundlichste auf dem Markt der Stromspeicher, wie Experte Ingo Wucherer bei der Präsentation am Dienstag erläuterte. „Der Speicher ist wartungsfrei und zuverlässig. Die Lebensdauer liegt bei mindestens 20 Jahren“, so Wucherer, der im Beisein von BH Markus Maaß auch die Kostenrechnung vorgestellt hat. „Der Betrieb hat Stromkosten von 7000 Euro jährlich. Mit der neuen Anlage sind 3000 Euro abgedeckt.“ Abzüglich Förderungen amortisiert sich die Gesamt­investition (ca. 70.000 Euro) in sieben bis zehn Jahren, so der Energieexperte. In 20 Jahren schrumpfe die Speicherleistung allerdings auf 70 Prozent.

Heiß hatte das Projekt im Rahmen des „Regionalwirtschaftlichen Förderprogramms Oberes und Oberstes Gericht“ eingereicht. Geschäftsführer Gerald Jochum und Elisabeth Steinlechner vom Landecker Regionalmanagement regioL schilderten: Der Salzwasserspeicher sei mit 70 Prozent gefördert, die PV-Anlage am Dach mit 25 Prozent. Nicht nur Klein- und Mittelbetrieben könne man derartige Anlagen empfehlen, auch privaten Häuslbauern. „Wichtig ist, dass der Strom im Gebäude selbst genutzt wird. Nur Eigenverbrauchsanlagen können gefördert werden“, weiß Expertin Steinlechner. Die Nachhaltigkeit von geförderten Photovoltaikanlagen in Verbindung mit Stromspeichern werde überprüft.

Jochum wertet die Investition des Prutzer Unternehmens Heiß als „Baustein des Erfolgs“ im Rahmen des Regionalwirtschaftlichen Förderprogramms. Wichtig sei „der Aufbau von Know-how in der Region“. Bevor das Regionalmanagement eine Förderentscheidung trifft, werde das Projekt mit Zahlen und Fakten anhand einer Simulation dargestellt. Zudem biete man Projektwerbern vorab umfassende Beratungsleistungen.

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Die erste Salzwasser-Batteriespeicheranlage im Oberland wurde in Prutz installiert – Stefan Heiß, Ingo Wucherer, BM Heinz Kofler, Elisabeth Steinlechner, BH Markus Maaß sowie Maria und Toni Heiß (v. l.).
Die erste Salzwasser-Batteriespeicheranlage im Oberland wurde in Prutz installiert – Stefan Heiß, Ingo Wucherer, BM Heinz Kofler, Elisabeth Steinlechner, BH Markus Maaß sowie Maria und Toni Heiß (v. l.).
- Wenzel



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