Letztes Update am Mi, 25.09.2019 09:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Pensionsvorsorge: AK kritisiert Kosten, geringe Renditen und mangelnde Transparenz

Ein Vergleich der aktuellen Angebote, egal ob in der klassischen, in der fondsgebundenen Lebensversicherung oder in anderen Formen der Altersvorsorge, wie etwa Fondssparplänen, ist laut Arbeiterkammer für Verbraucher unmöglich.

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Innsbruck – Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert am Dienstag die Angebote für eine private Pensionsvorsorge. Eine Studie des Vereins für Konsumenteninformation im Auftrag der AK Tirol habe gezeigt, dass viele der aktuell angebotenen Produkte kaum den Inflationsverlust abdecken. Der Grund: Zu hohe Kosten und geringe Rendite-Chancen. Zudem fehle es oft an der erforderlichen Transparenz, da ein Dschungel an Tarifen, Kostenbestandteilen und Berechnungsmodalitäten einen Vergleich fast unmöglich mache.

Der Pensionsvorsorge-Markt sei in den letzten Jahren in Bewegung geraten. Immer mehr Anbieter würden auf Verbesserungen hinsichtlich der Kostengestaltung, aber auch im Bereich Veranlagung und Flexibilität setzen. Die aktuelle Erhebung zeige allerdings, dass nicht immer die geeignetsten, besten Produkte angeboten werden. Ein gut performender Fonds in einer unattraktiven Produkthülle oder eine kostengünstige Produkthülle mit einem teuren Fonds, der schon in der Vergangenheit nicht vom Fleck kam, bringe mit Sicherheit kein befriedigendes Gesamtergebnis.

Fondsauswahl optimieren

Ein Vergleich der aktuellen Angebote (Tarife), egal ob in der klassischen, in der fondsgebundenen Lebensversicherung oder in anderen Formen der Altersvorsorge, wie etwa Fondssparplänen, sei für Verbraucher unmöglich. Die Produktanbieter würden mit viel Kreativität bei der Kostengestaltung, der Gewinnbeteiligung aber auch in der Veranlagung Produkte konstruieren, die selbst bei identischen Ausgangsbedingungen kaum mit einem anderen Angebot vergleichbar sind.

Die gesetzliche Pension als Basis der Vorsorge kann noch mit der sogenannten freiwilligen Höherversicherung kombiniert und somit erweitert werden. Die Renditen würden laut AK aktuell oftmals über jenen der privaten Vorsorgemodelle liegen. Das sei wenig verwunderlich.

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Kaum Chance auf Inflationsausgleich

In der Erhebung wurden von österreichischen Versicherungsunternehmen und Banken 19 Produkt-Anlage-Kombinationen angeboten. Fast die Hälfte der angebotenen Produkte seien dem Thema „klassische Lebensversicherung – Veranlagung im Deckungsstock“ zuzuordnen gewesen. Hohe Kosten und geringe Renditechancen in der Veranlagung würden – auch deshalb, weil immer noch durchwegs hauseigene Fonds angeboten werden – dazu führen, dass Konsumenten kaum eine Chance hätten, den Inflationsverlust auszugleichen. Oberstes Gebot der Anbieter müsse sein: An der Kostenschraube drehen und diese minimieren und die Renditechancen durch optimale Fondsauswahl maximieren.

AK-Tirol-Präsident Erwin Zangerl kritisiert auch das „Krankreden“ des staatlichen Pensionssystems. „Das sorgt einerseits für Verunsicherung, bringt aber andererseits auch einen Vertrauensverlust für die zweite und vor allem für die dritte Säule mit sich. Die Orientierung am privaten Vorsorgemarkt ist ohnehin schon schwierig genug. Profitieren sollen die Konsumenten, nicht die Anbieter“, so Zangerl. (TT.com)