Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 02.10.2019


Standort Tirol

Ausgezeichnete Küche im Altenheim

Im Altenwohnheim Kitzbühel wird nicht nur in der Pflege, sondern auch in der Verpflegung der Bewohner auf höchste Qualität gesetzt.

Im Altenwohnheim Kitzbühel freut man sich über zwei Auszeichnungen für die hervorragende Küche.

© ObermoserIm Altenwohnheim Kitzbühel freut man sich über zwei Auszeichnungen für die hervorragende Küche.



Kitzbühel – Seit Jänner 2019 ist Wolfgang Zeileis Geschäftsführer im Altenwohnheim, Silvia Hölzl übernahm die Pflegedienstleitung und gleichzeitig wurde Markus Windbichler zum neuen Küchenchef ernannt. Die neue Führungsriege war sich einig, es musste sich bei der Verpflegung einiges ändern. Gesundes, frisches und nachhaltiges Essen sieht anders aus.

Schritt eins war die Umstellung auf lokale Lieferanten. Fleisch, Käse und Milch stammen nun von Kühen und Schafen, die auf Tiroler Weiden grasen, Brot und Gebäck vom Bäcker aus Kitzbühel. Kaffee und viele andere Produkte folgten. „Die Suche nach heimischen Produkten geht aber weiter“, erklärt Zeileis. Gleichzeitig wurde auf eine frische Küche umgestellt. Sämtliche Fertig- und Halbfertigprodukte sind aus der Küche verbannt worden. Das Streichen von „Packerlsuppen“ und Suppenpulver sowie das Anlegen von Hochbeeten, die eine ständige Ernte von frischen Küchenkräutern gewährleisten, waren die Folgeschritte. Zur Unterstützung des Küchenteams wurden zudem Investitionen in der Küche getätigt.

„Die Küchenmitarbeiter haben die Liebe zum Kochen wiederentdeckt“, erklärt Windbichler und weiter: „Wo früher in Plastik verpackte vorgegarte Hühnerbrüste aufgewärmt wurden, werden jetzt kreative Gemüsegerichte wie Brokkoli-Lasagne serviert.“ Gemeinsam mit einer eigens engagierten Diätologin stellt Windbichler nun das ernährungsphysiologisch beste Essen zusammen. „Seit der Umstellung haben die Bewohner deutlich mehr Energie, sind weniger anfällig für Krankheiten und besser gelaunt“, berichtet Pflegedienstleiterin Hölzl.

Damit diese Qualitätssteigerung erreicht werden kann, durchlief man in der Altenwohnheim-Küche ein Zertifizierungsprogramm für Großküchen nach der so genannten „Kessel-Methode“. „Diese Zertifizierung ist eine tiefgehende Betriebsanalyse mit dem Ziel, in den fünf Hauptbereichen – Qualität, Marketing, Mitarbeiter, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit – kontinuierlich besser zu werden“, erklärt Peter van Melle, der Initiator dieser Zertifizierungsmethode.

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Die Küchencrew des Altenwohnheimes hat bereits im ersten Jahr vier von fünf möglichen Kesseln und fünf grüne Blätter erreicht. Mit diesem Erfolg gibt sich der Küchenchef nicht zufrieden: „Wir wollen den fünften Kessel und somit zu einem der besten Heime in Österreich werden.“ Immerhin hat das Kitzbüheler Altenwohnheim jetzt schon die fünftbeste Heimküche in Österreich und beim Ökofaktor ist man tirolweit führend. (TT)