Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 02.10.2019


Bezirk Schwaz

Coworking-Räume in Schwaz: Ein Büro, das verbinden soll

Unternehmer, denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt, können sich in Cowork-Büros in Schwaz und Uderns einmieten. Der Bedarf ist da, nur die Bereitschaft wohl noch nicht.

Im Raum13 in Schwaz arbeitet zwar jeder für sich, aber man ist trotzdem nicht alleine im Büro.

© FankhauserIm Raum13 in Schwaz arbeitet zwar jeder für sich, aber man ist trotzdem nicht alleine im Büro.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Eigentlich sollte es ein Platz sein, wo ruhiges, konzentriertes Arbeiten und ein kreativer Austausch mit anderen zugleich möglich ist. Eigentlich. Denn im Moment herrscht in den beiden Cowork-Plätzen in Schwaz und Uderns mehr Ruhe als geselliger Austausch. Doch das würden die jeweiligen Betreiber gerne ändern.

Es ist nicht so, dass in den beiden Büros nichts los wäre, aber so genannte Cowork-Spaces bieten nicht nur einen Arbeitsplatz für jedermann, sondern auch einen Raum zum Netzwerken. Es ist eine Art offenes Büro, wo man sich einmieten kann. Vor allem Ein-Mann-Unternehmen oder Start-ups sind oft froh, vom heimischen Küchentisch wegzukommen und neben anderen kreativen Köpfen ihre Arbeit zu machen.

Eine gute Idee, wie auch WK-Bezirksstellenleiter Stefan Bletzacher findet. „Nur der Raum alleine ist vielen zu wenig, vor allem, wenn dann niemand drinnensitzt“, meint Bletzacher. Der Austausch mit anderen sei bei diesen offenen Büros für einzelne Arbeiter wichtig. Laut Herwig Zöttl (er betreibt den Raum13 in Innsbruck und Schwaz) ist der Bedarf für solche geteilten Büros da. „Aber die Leute haben das noch nicht so für sich entdeckt, dass sie so etwas brauchen“, meint Zöttl.

Laut WK Schwaz gab es im Vorjahr 292 neu gegründete Unternehmen im Bezirk. Und mehr als die Hälfte aller Firmen im Bezirk sind laut der Statistik 2018 Ein-Personen-Unternehmen. Das heißt, rund 2603 Firmen bestehen aus nur einer Person. „Das sind oftmals auch Leute, die das im Nebenerwerb machen“, sagt Bletzacher. Die Zahlen zeigen: Die Zielgruppe für Coworking-Büros gibt es im Bezirk.