Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 04.10.2019


Tirol

Gössl sucht neue Standorte in Tirol

Maximilian Gössl setzt in 3. Generation auf Trachten und will in Tirol ausbauen.

Maximilian Gössl leitet das Traditionsunternehmen mit Hauptsitz in Salzburg in dritter Generation. In Tirol wird ausgebaut.

© GösslMaximilian Gössl leitet das Traditionsunternehmen mit Hauptsitz in Salzburg in dritter Generation. In Tirol wird ausgebaut.



Innsbruck – Ein Comeback der Tracht sieht Gössl-Juniorchef Maximilian Gössl nicht, denn „die Tracht war nie weg“. Was er jedoch bemerkt: „Mit einer stärkeren gesellschaftlichen Betonung von Heimat und Sicherheit nimmt auch das Interesse an traditioneller Kleidung zu.“ Gössl führt das Salzburger Familienunternehmen in dritter Generation. Aktuell ist er mit dem Ausbau von Filialen beschäftigt, auch in Tirol ist er auf der Suche nach Standorten und Partnern. Der Vertrieb soll verdichtet werden, sagt Gössl. Derzeit gibt es fünf Gössl-Standorte in Tirol, in Kitzbühel, Erpfendorf, St. Anton, Telfs und Innsbruck können Gössl-Dirndln und Lederhosen gekauft bzw. geändert werden.

„Die Premium-Marke steht für Qualität“, sagt Gössl. Rund 100.00 Modelle für Damen und Herren würden im Jahr per Handarbeit hergestellt. Genäht wird übrigens in Ungarn, in Österreich seien keine größeren Nähbetriebe zu finden. Ob „immer und ewig in Europa produziert werden kann“, will Gössl nicht versprechen, geplant seien Gössl-Dirndln „made in China“ aber nicht.

Die rund 100 Mitarbeiter in Österreich erzielen in 40 Markengeschäften im Schnitt einen Umsatz von zwölf Millionen Euro, die Kernmärkte für klassische Dirndln und Joppen, aber auch Sakkos liegen im deutschsprachigen Raum, insbesondere in Österreich und Bayern, aber auch in der Schweiz und in Südtirol. Der Umsatz in den Gössl-Geschäften stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent, 2019 (bis September) wurde ein Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum errechnet. Dieses Plus erzielte Gössl ohne Online-Shop, denn dieser sei bis vor Kurzem offline gewesen, erzählt Gössl.

Ist ein Online-Auftritt für Einzelunternehmer also nicht zwingend notwendig? „Viele Kundinnen und Kunden sehen sich unsere Produkte zwar im Internet an, kommen aber dann ins Geschäft, um zu kaufen“, erklärt Gössl. Und eben weil die Geschäfte so gut laufen, will Gössl ja auch neue Standorte und Mitarbeiter in Tirol. (ver)