Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Standort Tirol

Ökologisierung des Winters gefordert

„Naturschonung“ verlangte der stellvertretende Landeschef Josef Geisler beim Seilbahntag.

In der Wintersaison 2018/19 erzielte die Seilbahnwirtschaft einen Bruttoumsatz von 1,5 Mrd. Euro.

© Getty ImagesIn der Wintersaison 2018/19 erzielte die Seilbahnwirtschaft einen Bruttoumsatz von 1,5 Mrd. Euro.



Seefeld, Innsbruck – Beim Tiroler Seilbahntag in Seefeld beschwor der Obmann des Fachverbandes Seilbahnwirtschaft in der Wirtschaftskammer und Nationalrat, Franz Hörl (VP), die letzte türkis-blaue Regierungsperiode herauf. „Wir haben markant vom wirtschafts- und seilbahnfreundlichen Kurs profitiert“, zog er Bilanz. Er werde diesen Kurs jedoch auch weiterhin „vehement einfordern“. Die Wertschöpfung, die die Seilbahnwirtschaft in ländlichen Regionen erbringt, stand am Seilbahntag außer Zweifel. Die Wintersaison 2018/19 hat – wie berichtet – ein Umsatzplus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gebracht. Der Bruttoumsatz lag bei 1,5 Milliarden Euro. Hörl forderte aber auch, „hellhörig zu bleiben“, denn immer öfter werde von „Overtourism“ gesprochen: „Nicht alle meinen es gut mit uns.“

Auch Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (VP) betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Seilbahnwirtschaft. Er forderte jedoch auch eine „naturschonende Zusammenarbeit“ von Seilbahnern, Tourismusverbänden und Tirol Werbung beim Thema Mobilität ein. Die An- und Abreise in Skigebieten, aber auch zu Urlaubsorten müssten so ökologisch wie möglich gestaltet werden. Auch die Seilbahnwirtschaft sei beim Thema Mobilität gefordert, erklärte Geisler, und das auch abseits von Skibussen.

Eine „Ökologisierung des Wintertourismus“ sei notwendig und durchaus machbar, „Urlauber können etwa problemlos mit der Bahn anreisen“, erklärte Geisler am Rande der Veranstaltung: man brauche auch keine Skier mitzunehmen, es gebe ohnehin Skiverleihe. Christoph Walser, Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, betonte die „Weltmarktführerschaft“ von Tirol beim Thema Wintertourismus. Auch er unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung der Seilbahnen für Täler und Orte. Er zeigte sich zudem gegenüber der TT sicher, dass Skifahren in Tirol auch für Einheimische erschwinglich bleibe. Mit der Regio Card oder dem Freizeitticket gebe es für Einheimische Angebote, die über das Jahr gesehen Skifahren, aber auch Liftfahrten im Sommer oder Eintritte in Bäder günstiger möglich machten. (ver)

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