Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.10.2019


Bezirk Kufstein

In Walchsee liegt heuer ein Lift unter dem Christbaum

Der Walchseer Amberglift soll heuer kurz vor Weihnachten wieder in Betrieb gehen. Dafür muss die Gemeinde tief in die Tasche greifen.

Sollte das Wetter mitspielen, könnte der Amberglift eine Woche vor Weihnachten wieder Fahrt aufnehmen.

© HrdinaSollte das Wetter mitspielen, könnte der Amberglift eine Woche vor Weihnachten wieder Fahrt aufnehmen.



Von Jasmine Hrdina

Walchsee – Die Walchseer können schon mal ihre Ski wachseln – sofern das Wetter mitspielt, dürfte der Amberglift heuer kurz vor Weihnachten wieder fahren. Etwa 330.000 Euro wird die knapp 1800 Einwohner zählende Gemeinde für den Schmalspurbetrieb investieren. BM Dieter Wittlinger hofft indes, die Summe der Abgänge – immerhin mit zwischen 40.000 und 100.000 Euro pro Saison beziffert – werde entgegen Prognosen geringer ausfallen.

Ein Pistengerät (120.000 Euro), Schneekanonen (75.000 Euro), ein 80 Meter langes Förderband (95.000 Euro) und ein Zutrittsystem (40.000 Euro): Damit das Christkind den Walchseern heuer wieder Pistenspaß vor der Haustür beschert, muss die Gemeinde tief in die Tasche greifen. Wie berichtet, waren bei der Spendenaktion rund 130.000 Euro zusammengekommen, man hofft außerdem auf Förderungen von Seiten des Landes. „Wir haben aktuell ins Blaue investiert und hoffen, dass wir die Wirtschaftsförderung für Kleinstskigebiete in der Höhe von 50 Prozent erhalten werden“, sagt BM Wittlinger. Weitere 40.000 Euro, die man für eine Container- lösung für einen Gastrobetrieb aufbringen muss, sind davon jedenfalls ausgenommen.

Noch verausgabt man sich dabei für den Besitz des Tourismusverbandes Kaiserwinkl. Künftig solle aber die Gemeinde als Eigentümer und Betreiber der Anlage auftreten. Verhandlungen für ein­e Übernahme der Kommune „für einen symbolischen Eur­o“ laufen laut Wittlinger bereits.

Auch das Personalproblem habe sich mittlerweile erledigt. „Uns liegen genügend Bewerbungen für die Betriebsleitung und das notwendige Personal vor“, erklärt der Ortschef.

Ob der Amberglift Teil von Skipoolsystemen wie der Snow Card Tirol sein wird, ist derzeit noch unklar. Ebenso die Frage, ob es künftig noch mehr Angebote rund um den Lift geben soll – wie es in jenem Gutachten, das dem Lift in seiner ursprünglichen Form kein gutes Zeugnis in puncto Rentabilität ausstellte, vorgeschlagen wurde.

Der Betrieb soll vorerst für drei Jahre fixiert werden.