Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.10.2019


Standort Tirol

Bründl will 10. Sportshop in Tirol, Trend zum Skiwechsel

Mit 1. September hat sich Sport Bründl von der Intersport-Gruppe getrennt. Leih-Ski werden verstärkt online gebucht, Skitouren-Trend ungebrochen.

Christoph (l.) und Bernhard Bründl: 70 Prozent des Umsatzes in Tirol erwirtschaftet die Sporthandelskette mit den Urlaubern.

© StrozziChristoph (l.) und Bernhard Bründl: 70 Prozent des Umsatzes in Tirol erwirtschaftet die Sporthandelskette mit den Urlaubern.



Von Max Strozzi

Fügen – Fast ein halbes Jahrhundert war Sport Bründl Teil der Intersport-Gruppe. Der Vater der jetzigen Firmen-Chefs Christoph und Bernhard Bründl zählte sogar zu den Intersport-Gründungsmitgliedern. Der im salzburgerischen Kaprun angesiedelte Sporthändler betreibt auch 9 Shops in Tirol: drei in Ischgl, zwei in Fügen, vier in Mayrhofen. In den nächsten zwei Jahren soll in Tirol ein weiterer Standort errichtet werden.

Mit 1. September hat die Salzburger Sporthändler-Familie nach 49 Jahren die Trennung von Intersport vollzogen und geht nun eigene Wege, wie das Brüderpaar im TT-Gespräch erzählt. Es habe mehrere Gründe für die Trennung gegeben. „Anderes Wachstum, anderes Denken, anderes Handeln – wir waren nicht typisch Intersport“, erklärt Christoph Bründl. In Österreich mache Intersport einen „genialen Job“, jetzt sei Bründl aber freier in seinen Entscheidungen. So könnten die Shops beispielsweise nun neue Marken ins Sortiment aufnehmen, wie etwa Fahrrad-Ausrüster Specialized. Auch der Druck, Intersport-Eigenmarken zu führen, sei ebenso weggefallen wie Gutschein-Aktionen oder Werbekampagnen, mit denen Bründl nicht immer glücklich war. Auch könne man nun ein eigenes Lager betreiben. Seit 20 Jahren werde zudem eine Ausbildungs-Akademie geführt, rund 1,5 % des Umsatzes fließe in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, die in der Branche heftig umworben werden.

Bundesweit führt Bründl 30 Shops und setzt mit 550 Mitarbeitern – davon 165 in Tirol – 70 Mio. Euro netto um. Ein Drittel des Umsatzes kommt von den Tiroler Filialen. Davon entfällt wiederum ein Viertel auf den Verleih von Ski, Skischuhen etc. – Tendenz steigend. „70 Prozent des Umsatzes machen wir mit Urlaubsgästen“, rechnet Christoph Bründl vor. Inzwischen habe man eine eigene Internet-Plattform entwickelt, über die der Urlauber von daheim aus seine Winterausrüstung buchen kann, die im Urlaubsziel je nach Wunsch in einen Depotkasten oder direkt in die Unterkunft geliefert wird. Rund 15.000 Ski und 13.000 Paar Skischuhe verleiht der Sporthändler jährlich. Damit sei Sport Bründl „der größte Skiverleiher der Alpen“, betonen die Bründl-Brüder. Nach einer Saison werde das Leih-Material nach China und Osteuropa verkauft.

Trends: Gefragt seien im Urlaub unterschiedliche Ski, je nach Bedingungen, die Ski werden während der Urlaubswoche gewechselt. Auch der Skitouren-Trend sei ungebrochen. Im Sommer nehme das Interesse an Klettersteigen zu.

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