Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.10.2019


Standort Tirol

Neues Zentrum für alpine Technologien in Wattens

Projekt soll etablierte Unternehmen und Start-ups zusammenführen.

Hoffen auf viele innovative Kooperationen am Standort Tirol: Josef Hauser (I.E.C.T.), Matthias Neeff (Destination Wattens), LHStv. Ingrid Felipe, LH Günther Platter, Josef Margreiter (Lebensraum Tirol Holding) und Markus Langes-Swarovski.

© DomanigHoffen auf viele innovative Kooperationen am Standort Tirol: Josef Hauser (I.E.C.T.), Matthias Neeff (Destination Wattens), LHStv. Ingrid Felipe, LH Günther Platter, Josef Margreiter (Lebensraum Tirol Holding) und Markus Langes-Swarovski.



Wattens – „Alpine Tech Innovation Hub“: Hinter dieser geballten Ladung Business-Englisch steckt ein neues Projekt, das etablierte Unternehmen aus dem Bereich alpiner Technologien mit innovativen, hungrigen Start-ups zusammenführen soll. Sie sollen in Tirol gemeinsam an neuen Produkten arbeiten. Getragen wird das neue Zentrum („hub“ bedeutet so viel wie „Knotenpunkt“) von der Lebensraum Tirol Holding samt Standortagentur Tirol, der Werkstätte Wattens und „I.E.C.T. – Hermann Hauser“ (Institute for Entrepreneurship Cambridge – Tirol), gestern wurde es vorgestellt.

Die Lebensraum Tirol Holding, ein Unternehmen des Landes, sei vom Aufsichtsrat beaufragt worden, „sich intensiv mit alpiner Technologie auseinanderzusetzen“, erklärte LH Günther Platter (ÖVP). Tirol habe hier zwar „bereits große Kompetenz“, aber noch viel Potenzial.

Der Begriff „Alpine Technologien“ umfasst verschiedenste Bereiche, vor allem Tourismus, Sport und Outdoor(equipment), alpines Bauen, alpine Sicherheit oder nachhaltige Mobilität. Letzteres sei ihr besonders wichtig, meinte LHStv. Ingrid Felipe (Grüne), schließlich sei Tirol hier allein durch seine Lage „besonders gefordert“.

Bisher werde Tirol trotz allem Know-hows noch kaum für alpine Technologien wahrgenommen, meinte Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding. Das soll sich nun ändern.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Heimat für das Zentrum ist die Werkstätte Wattens, die seit Ende 2015 technologie­orientierte Start-ups begleitet. Inzwischen hätten sich dort schon fast 65 Unternehmen verschiedenster Branchen angesiedelt, knapp 300 Menschen arbeiten dort, berichtete Matthias Neeff, Geschäftsführer der Destination Wattens. Mit dem „Alpine Tech Innovation Hub“ setze man nun den ersten Branchenschwerpunkt in der Werkstätte. Zunächst steht dafür ein 120 m2 großer Raum zur Verfügung, dann wolle man sukzessive weitere Büro- und Produktionsflächen schaffen.

Bereits am heutigen Mittwoch zieht das erste Unternehmen ein: Die Firma ABS mit Sitz in München, spezialisiert auf Lawinenrucksäcke, richtet in Wattens ein „Innovationslabor“ ein und sucht Partner aus Forschung und Start-up-Szene. Weitere Firmen aus dem Sport- und Outdoorbereich sollen bald folgen. Die Standortagentur selbst plant in Wattens ein Innovationslabor für alpine Ausrüstung und Bergsport. Ziel sei es auch, einen – aus Privatkapital gespeisten – Fonds für Start-up-Förderungen zu schaffen, so Margreiter.

GF Josef Hauser (I.E.C.T.) appellierte an etablierte Unternehmen in Tirol und darüber hinaus, sich zu beteiligen. Start-ups zu gewinnen, werde dagegen „kein Problem“ sein.

Den Auftakt bildet von 17. bis 19. Oktober ein „Innovation Sprint“, bei dem die Tourismusindustrie auf Start-ups treffen wird. (md)