Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.10.2019


Bezirk Kitzbühel

Das Projekt Alpenhof in Kirchberg tritt auf der Stelle

Bei den Plänen für einen Neubau des Alpenhofs spießt es sich weiterhin. Der Käufer will trotzdem an dem Projekt festhalten.

Derzeit steht der Alpenhof leer. Seine Zukunft ist allerdings noch ungewiss. Investoren wollen ein Hotel-Großprojekt auf der Fläche errichten, das wird in Kirchberg allerdings kritisch gesehen.

© AngererDerzeit steht der Alpenhof leer. Seine Zukunft ist allerdings noch ungewiss. Investoren wollen ein Hotel-Großprojekt auf der Fläche errichten, das wird in Kirchberg allerdings kritisch gesehen.



Von Harald Angerer

Kirchberg i. T. – Wie geht es weiter mit dem Alpenhof in Kirchberg? Diese Frage beschäftigt die Brixentaler Gemeinde nun schon seit gut einem Jahr. Der gewerkschaftsnahe Verein Sozialwerk Bau-Holz hat das 3-Stern-Haus mit 93 Betten im Vorjahr an die Lenikus GmbH aus Wien um kolportierte 17 Millionen Euro verkauft. Seit Anfang des Jahres sind nun die Pläne der Lenikus GmbH auf dem Tisch und diese sorgen für viele Diskussionen in Kirchberg.

Geplant sind nicht weniger als 499 Betten, für viele Kirchberger einfach viel zu viel. In den vergangenen zwei Monaten ist es allerdings ruhig geworden um das Projekt. Doch nun hat kürzlich Bürgermeister Helmut Berger (SPÖ) den Bauausschuss und Vertreter des Tourismusverbandes zu einer Besprechung geladen. Einziger Punkt: die Pläne zum Alpenhof. Inzwischen habe sich der Gestaltungsbeirat mit dem Vorhaben beschäftigt. Es gelte nun die Ideen der Eigentümer und die Vorschläge des Beirates sowie die Wünsche der Gemeinde und des Tourismusverbandes unter einen Hut zu bringen.

Ein Kernkritikpunkt ist die Größe mit 499 Betten. Es sei ein „Riesending“, wie der Bürgermeister auch gegenüber der Tiroler Tageszeitung einräumt.

Von Seiten der Lenikus GmbH heißt es, dass man in konstruktiver Abstimmung mit der Gemeinde und dem Tourismusverband sei. „ Richtig ist, dass es verschiedene Meinungen und Stimmen in der Gemeinde und im Tourismusverband gibt. Der Grundsatzbeschluss, dass dort der richtige Platz für einen touristischen Leitbetrieb ist, wird allerdings von niemandem in Frage gestellt“, schildert Marti­n Lenikus den aktuellen Stand. Das Projekt ist für ihn weiterhin vielversprechend, er räumt aber ein: „Ob dies in einem einzigen Großprojekt, in zwei in etwa gleich großen, aber natürlich kleineren Häusern oder in einem Projekt mit einem Haupthaus und umliegenden, dorfähnlich strukturierten Nebenhäusern erfolgt, wird sowohl architektonisch-stadtplanerisch, aber auch wirtschaftlich evaluiert.“ Über einen Ausstieg würde man „kein Sekunde“ nachdenken.

Ebenfalls bei der Sitzung anwesend war TVB-Brixental-GF Max Salcher. „Von Seiten der Geschäftsführung wollen wir das Projekt nicht kommentieren“, sagt Salcher auf Anfrage. Zum Verkauf und dem momentanen Stillstand des Betriebes hat er allerdings eine sehr klare Meinung. „Die Gewerkschaft hat den Betrieb viel zu schnell zugesperrt. Wir verlieren ohnehin laufend Betten und hier wurde ein Betrieb zugedreht, der funktioniert hat“, ärgert sich Salcher. Man hätte die Details zum Verkauf und zu dem Folgeprojekt auch bei noch laufendem Betrieb klären können. „Das ist so jetzt ein Schaden für Kirchberg und die Region“, ist der TVB-Geschäftsführer überzeugt.