Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.10.2019


Lehrlinge

ÖBB-Jobday: Karriere auf die Schiene bringen

Unter dem Motto „Berufe näher kennen lernen“ starteten die ÖBB den ersten Jobday in Innsbruck.

Die drei ÖBB-Lehrlinge Johannes, Theresa und Dominik (v. l.) zeigen ihre selbst entwickelten Prototypen.

© GstirDie drei ÖBB-Lehrlinge Johannes, Theresa und Dominik (v. l.) zeigen ihre selbst entwickelten Prototypen.



Von Viktoria Gstir

Innsbruck – Die Vielfalt und die Abwechslung machen für Johannes Schmid, Lehrling zum Maschinenbautechniker, diesen Beruf so spannend. Die 3,5-jährige Ausbildung umfasst unter anderem die Dreherei, aber auch die Bauschlosserei. In diesem Bereich zeichnete sich im dritten Lehrjahr sein „besonderes Handl“ für’s Schweißen aus – eine Zusatzausbildung, die ihm die ÖBB ermöglichten.

Insgesamt werden bei den Bundesbahnen Tirol bis 2024 rund 1200 Stellen neu besetzt. Davon sind 200 Lehrstellen. Als Hauptgrund für den Mitarbeitermangel gibt Christoph Gasser-Mair, Pressesprecher der ÖBB-Tirol, die anstehende Pensionierungswelle an: „Es herrscht ein allgemeiner Facharbeitermangel und man muss mehr auf Leute zugehen, sich aktiv um Mitarbeiter bemühen.“ Deshalb wurde dieser erste ÖBB Jobday am Hauptbahnhof ins Leben gerufen. Auf Personalsuche seien die Bundesbahnen in allen Bereichen. „Vor allem aber brauchen wir Mitarbeiter im operativen Dienst, wie Lokführer, Verschubmitarbeiter, Zugbegleiter und Busfahrer“, sagt Gasser-Mair. Die Mobilität sei durch die fehlenden Arbeitskräfte aber nicht gefährdet, „es fällt kein Zug aus“. Bestehendes Personal gleiche den Mangel mit Überstunden aus.

Die Lehrwerkstätte Innsbruck ist das Areal, wo die Lehrlinge ihre Arbeiten präsentieren. Sie befindet sich neben dem Eingang des Innsbrucker Hauptbahnhofs. Das Herzstück der kleinen Werkschau ist ein Tisch, auf dem die Lehrlinge ihre selbst entwickelten und gebauten Prototypen präsentieren. Theresa Dobmeier ist im dritten Lehrjahr für angewandte Elektrotechnik. Sie wollte immer schon einen technischen Beruf ergreifen. Jetzt hat sie eine Roboter-Spinne gebaut, die sie per Fernbedienung am Boden krabbeln lässt.

Als Arbeitgeber sind die Bundesbahnen in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geraten. Und das soll sich ändern, meint Gasser-Mair: „Es muss klar kommuniziert werden, dass die Bahn ein attraktiver Arbeitgeber ist.“ Die Aufstiegschancen seien sehr gut, auch zwischen den Branchen. „Ein früherer Busfahrer ist jetzt Disponent“, nennt der ÖBB-Sprecher ein Beispiel. Der ÖBB Jobday kann heute von 8.00 bis 17.00 Uhr am Hauptbahnhof besucht werden.

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