Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.10.2019


Trafikanten

Auch Tiroler Wettanbieter schlagen Alarm

Nach tipp3, das Verträge mit vielen Trafikanten kündigt, üben auch Tiroler Wettanbieter scharfe Kritik am Land.

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Innsbruck – Bis zu 150 Euro im Monat können, wie berichtet, seit 2018 gemäß Tiroler Vergnügungssteuergesetz je nach Gemeinde-Gutdünken pro aufgestelltem Wett-Terminal kassiert werden. Wegen dieser „unverständlichen politischen Entscheidung“, bei der man keinen Unterschied zwischen Wett-Terminals und Eingabegeräten gemacht hat, habe man bereits die Verträge mit 18 Tiroler Trafikanten gekündigt. Bis zu 150 weitere der 250 Tiroler Annahmestellen könnten folgen, kündigte jüngst tipp3-Chef Philip Newald gegenüber der TT an.

Betroffen von der Regelung, die vor allem Spielhöllen und das illegale Glücksspiel bekämpfen sollte, seien aber ebenso Tirols Wettanbieter, sagt der Chef des seit 1982 aktiven Platzhirsches Vierklee, Robin Hatzl. „Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes haben wir etwa 45 Standorte aufgrund der jetzt fehlenden Rentabilität einstellen, Personal abbauen und das gesamte soziale Engagement stoppen müssen.“ Neben den heimischen Wettanbietern sei jetzt auch die Gastronomie zusätzlich zum nun kommenden Rauchverbot stark betroffen.

Es gebe einen Fleckerlteppich an Gebühren, verweist Hatzl etwa auf das Zillertal, wo es bei zwei Nachbargemeinden 0 und 150 Euro Gebühr gebe. Es fehle angesichts immer neuer Vorschriften auch die Rechtssicherheit. Während in Niederösterreich mit Hinweis auf die Geldwäscheregeln erst bei Gewinnsummen ab 300 Euro eine Registrierung vorgeschrieben werde, solle dies in Tirol ab Februar 2020 bereits ab dem ersten Euro gelten. Es werde seriös agierenden Wettanbietern immer schwerer gemacht und das Geschäft mit Anbietern ins Internet abgedängt, die sich weder um Vorschriften und Steuern noch um Jugendschutz kümmern würden, kritisiert Hatzl. (va)