Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.10.2019


Tirol

Recycling in Tirol: Eine Million Tonnen verwertet

50 Betriebe sorgen in Tirol dafür, dass Glas, Papier oder Plastik wiederverwertet werden. Müll vermeiden sei trotzdem das Beste.

Kunststoffrecycling muss ausgebaut werden.

© AFPKunststoffrecycling muss ausgebaut werden.



Innsbruck – Der Vergleich ist anschaulich: Mit der eingesparten Energie einer einzigen recycelten Glasflasche kann 20 Minuten ferngesehen werden, erklärt Thomas Baumüller, Sprecher der Berufsgruppe Sekundärrohstoffhandel in der Wirtschaftskammer Tirol (WK). Weltweit wachse der Bedarf an Produkten und damit der Ressourcenverbrauch und das Abfallaufkommen. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft sei ein Lösungsansatz, Ressourcen effizient einzusetzen. „Rohstoffe werden über die Nutzung eines Produktes hinaus wieder für den Produktionsprozess verwendet“, sagt Baumüller.

Von Sekundärrohstoffen werde gesprochen, wenn diese auch nach ihrem „Lebensende“ zum wiederholten Male in der Rohstoffkette eingesetzt werden. Das gelinge nur, wenn die Materialien nach ihrer Nutzung bestmöglich gesammelt, sortiert und verwertet werden. Die derzeit am meisten verwendeten Recyclingstoffe sind Altpapier, Altglas, Altmetall/Schrott und Bauschutt. Deren Verwertungsquote liegt bei über 60 Prozent. Großes Potenzial liege noch im Altholz sowie im Kunststoff.

Die über 50 Mitglieder, die sich „Die Wiederverwerter“ nennen, verwerten rund eine Million Tonnen Sekundärrohstoffe in Tirol. Für Baumüller eine regionale Erfolgsgeschichte: „Die Wertschöpfung bleibt im Land, dient also der Ressourceneinsparung und dem Klimaschutz.“

Das betont auch Werner Knausz, Vorstand der Altstoff Recycling Austria AG (ARA): Österreichs Wirtschaft ist laut einer Studie zu 9,7 Prozent zirkular. Um die Lücke in der Kreislaufwirtschaft sukzessive zu schließen, brauche es langlebige Produkte und den Ausbau von Recycling sowie Forschung. Dadurch ließe sich die Zirkularität der heimischen Volkswirtschaft auf über 37 Prozent steigern, erklärt Knausz. Und laut der ARA-Umfrage sind Wirtschaft und Konsumenten auch bereit, noch mehr zu sammeln – aber auch Müll zu vermeiden. (ver)

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