Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.10.2019


Innsbruck-Land

Pächterwechsel auf der Hinterhornalm in Gnadenwald

Nach 23 Jahren hört die bisherige Pächterin der allseits beliebten Hinterhornalm mit Saisonende auf. Ihre Nachfolger stehen fest.

Die Hinterhornalm muss saniert werden, die Saison 2020 wird daher verspätet starten.

© strasserDie Hinterhornalm muss saniert werden, die Saison 2020 wird daher verspätet starten.



Gnadenwald – Bis der erste Schnee fällt, hat die Hinterhornalm, das bekannte Berggasthaus auf 1522 m Seehöhe hoch über Gnadenwald, noch geöffnet. Doch dann stehen große Veränderungen an: Pächterin Sandra Gollner hört nach 23 Jahren auf.

„Der Hauptgrund ist, dass ich mit Ende 2020 ein Café im elterlichen Bauernhaus eröffnen möchte“, sagt Gollner zur TT. Sie sieht den Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Die Alm war für mich wie ein zweites Zuhause, ich habe hier mein halbes Leben verbracht.“ Aber wenn man etwas so lange mache, „ist man vielleicht nicht mehr ganz so euphorisch“. Der Betrieb sei sehr wetterabhängig: „Die Frage, ob ich viel oder wenig Personal und Lebensmittel brauche, war den ganzen Sommer ein Lotteriespiel.“ Generell werde die Personalsuche immer noch schwieriger.

Die Gemeinde Gnadenwald, Besitzerin der Alm, machte sich rasch auf die Suche nach neuen Pächtern. Die Nachfrage war laut BM Heidi Profeta „überschaubar“, dennoch habe man inzwischen Nachfolger gefunden. Die künftigen Pächter kommen aus Wattens, wollen ihren Namen aber noch nicht genannt wissen.

Fix ist auch, dass die Gemeinde einiges in die sanierungsbedürftige Hinterhornalm investieren muss – vor allem in Küche und Sanitärbereich, aber auch ins Gebäude selbst (Stichwort: Feuchtigkeit, Wassereintritt im Keller). BM Profeta beziffert die Größenordnung mit rund 250.000 Euro. Geplant sei, die nächste Saison später, ca. mit 1. August 2020, zu starten, sie aber nicht ganz ausfallen zu lassen.

Im neuen Café in Gnadenwald will Gollner, wie auf der Alm, hausgemachte Köstlichkeiten kredenzen. Sie setzt auf vollständige Barrierefreiheit, um speziell Senioren anzusprechen. Und ihre Lamas und Hühner, die vor allem junge Besucher begeistern, kommen von der Alm auf den Hof. (md)