Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 29.10.2019


Osttirol

„Eine Ungeheuerlichkeit“: Köll mit TVB-Antrag im Aufsichtsrat gescheitert

Der Wunsch von Andreas Köll und Heinz Schultz nach einer stillen Beteiligung an Millioneninvestitionen bleibt.

Die Schultz-Gruppe plant, in ihre Skigebiete in St. Jakob, Matrei i. O. und Kals 29 Millionen Euro zu investieren.

© OblasserDie Schultz-Gruppe plant, in ihre Skigebiete in St. Jakob, Matrei i. O. und Kals 29 Millionen Euro zu investieren.



Von Christoph Blassnig

Lienz – TVB-Osttirol-Obmann Franz Theurl spricht von einer Ungeheuerlichkeit, was das Begehren des stellvertretenden TVB-Aufsichtsratsvorsitzenden Andreas Köll sowie des TVB-Aufsichtsrates Heinz Schultz angeht. „Seit wann legen Aufsichtsräte Sitzungstermine fest?“ Köll und Schultz hatten für morgen die Durchführung einer außerordentlichen TVB-Aufsichtsratssitzung beantragt. Auf der Tagesordnung sollte die Aufnahme von 4,4 Millionen Euro als Darlehen stehen. Mit diesem Geld sollte sich der Tourismusverband in „atypisch stiller Form“ an den Schultz-Bergbahnen in Kals, Matrei und St. Jakob beteiligen, die TT berichtete. Schultz plant Investitionen von 29 Millionen Euro.

Für die Einberufung einer Aufsichtsratssitzung ist laut Gesetz die schriftliche Unterstützung von mindestens einem Drittel der Aufsichtsräte erforderlich. Köll und Schultz zählten zu ihren eigenen Stimmen vier weitere hinzu. Hansjörg Mattersberger, der Vorsitzende des TVB-Aufsichtsrates, erklärte gestern auf Anfrage der TT, dass bis gestern fünf Unterstützungserklärungen schriftlich bekräftigt worden seien. „Damit ist das Förderthema von einem Drittel der Aufsichtsräte unterstützt und wird folglich in unserer nächsten geplanten Aufsichtsratssitzung am 19. November behandelt.“

Eine Sitzung berufe immer noch der Vorsitzende ein, auch die Tagesordnung werde er und niemand anderer fristgerecht vorlegen, erläuterte Mattersberger. Der morgige Termin sei jedenfalls nicht abgestimmt gewesen und daher nichtig. „Wir werden uns im Zuge der Budgeterstellung in der Novembersitzung wirtschaftlich vernünftig, sachlich und lösungsorientiert mit dem Vorschlag auseinandersetzen. Aber wir erfüllen sicher keine einseitigen und überzogenen Wünsche.“

Andreas Köll wollte gestern keine Stellungnahme abgeben und nannte Amtsverschwiegenheit und Datenschutz als Begründung, der Tourismusverband sei eine Körperschaft öffentlichen Rechts.