Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.10.2019


Standort Tirol

Tiroler Hochbau stagnierte, Millionen-Umbau am Wifi

Wifi Tirol präsentierte Parkhaus und Umbauten, darunter die Bauakademie. Tirols Baubranche lief unterschiedlich, Kritik an Deckel für Gemeinnützige.

Ein Parkhaus wurde neu errichtet.

© Wifi TirolEin Parkhaus wurde neu errichtet.



Von Max Strozzi

Innsbruck – Grundsätzlich ist die Stimmung am Tiroler Bau immer noch ganz optimistisch, sagte gestern Tirols Bau-Obmann Anton Rieder am Rande der Vorstellung der Umbauten am Wirtschaftsförderungsinstitut (Wifi) in Innsbruck. Laut Rieder stieg der Bauproduktionswert von Jänner bis Mai – aus diesem Zeitraum stammen die aktuellsten Zahlen – gegenüber dem Vorjahr um 14,8 Prozent. Was zunächst üppig klingt, müsse man differenziert betrachten. Hauptverantwortlich für das satte Plus war laut Rieder nämlich der Tiefbau mit einem Zuwachs von 32,9 Prozent – was vor allem auf den Brennerbasistunnel zurückzuführen ist. Im Hochbau dagegen, darunter fällt auch der Wohnungsbau, lag das Plus bis Ende Mai nur bei 0,8 Prozent. „Man kann sagen, der Hochbau stagniert. Wir gehen davon aus, dass wir diese Seitwärtsbewegung ins nächste Jahr mitnehmen“, so Rieder, der den Baukosten-Deckel für gemeinnützige Bauträger kritisierte, weil er deren Bautätigkeit einschränke. Gemeinnützige dürfen gewisse Baukosten nicht überschreiten. Diese Baukosten-Obergrenze sei aber seit vielen Jahren nicht mehr angepasst worden, obwohl die tatsächlichen Baukosten Jahr für Jahr um drei bis vier Prozent anziehen, kritisierte Rieder.

Im Steigen sind auch die Anforderungen an die Ausbildung. Das wurde gestern beim Rundgang durch den umgebauten Bereich des Wifi in Innsbruck deutlich. „Es wird überall digitaler und spezifischer“, erklärte Wifi-Kurator Martin Felder, der demnächst in dieser Funktion von Tirols Kammer-Vizepräsident Manfred Pletzer abgelöst wird. Für knapp eine Million Euro wurden am Wifi insgesamt sieben Bildungs-Kompetenzzentren neu gestaltet – von der E-Autowerkstatt über Augenoptik/Hörakustik, Zahntechnik bis zu Gebäudetechnik, Werbedesign, Elektrotechnik und Robotik. Dazu kam eine weitere Million für die Neugestaltung der Bauakademie. Weitere 4,5 Millionen Euro flossen in ein neues Parkhaus mit 375 Parkplätzen. Ein Teil davon wird zunächst auch für Park-&-Ride-Parkplätze genutzt, die in Kooperation mit den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) angeboten werden sollen. Einige Parkplätze werden auch als Dauerparkplätze vermietet. Diese Angebote gelten, bis das Wifi selbst die gesamten Parkplätze benötigt, wurde erklärt.

Das Wifi-Innenleben wurde für diverse Technikberufe bis hin zur Bauausbildung rundum erneuert.
Das Wifi-Innenleben wurde für diverse Technikberufe bis hin zur Bauausbildung rundum erneuert.
- Strozzi

Für 150 Berufe werden am Wifi jedes Jahr Aus- und Weiterbildungen in rund 3000 Lehrgängen angeboten. Insgesamt besuchen 40.000 Kursteilnehmer die Bildungsstätte der WK Tirol, wie die Verantwortlichen betonten. Tirols WK-Präsident Christoph Walser forderte abermals eine bessere Durchlässigkeit zwischen Meisterausbildung und akademischer Bildung. Sprich: Mit erfolgreich abgelegter Meisterprüfung müsse ein Studium möglich sein. Innsbrucks BM Georg Willi hat derweil keine Sorge, dass Automatisierung und Digitalisierung Jobs kosten könnten. Es bleibe immer noch „viel Arbeit für den Menschen übrig“, so Willi.

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