Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 03.11.2019


Tirol

Trotz Standort in der Provinz weltweit Talente anziehen

Thomas Maier (links, Verantwortlicher BioFuture Plant) und Mario Riesner (CEO Sandoz Österreich) diskutierten am MCI.

© MCIThomas Maier (links, Verantwortlicher BioFuture Plant) und Mario Riesner (CEO Sandoz Österreich) diskutierten am MCI.



Seit mehr als sieben Jahrzehnten produziert Sandoz, eine Tochtergesellschaft des Pharmakonzerns Novartis, in Tirol Antibiotika und andere Arzneimittel. Das Unternehmen will den Standort weiter ausbauen, 2021 soll das „BioFuture Plant 1" in Schaftenau in Betrieb genommen werden. Dies zum Anlass nehmend, diskutierten am MCI unlängst Mario Riesner, CEO von Sandoz Österreich, und Thomas Maier, Verantwortlicher für das „BioFuture Plant", über regionale Stärken und Arbeitsmodelle der Zukunft.

Über sechs Jahre wurde in der Schweiz am „BioFuture Plant" getüftelt. Die Anlage besteht aus 15.000 Liter fassenden Bioreaktoren, in denen Proteine kultiviert werden. Diese können, wenn sie einem Patienten verabreicht werden, im menschlichen Organismus als Antikörper aktiv werden und zur Heilung beitragen.

Warum aber siedelt Sandoz diese, laut eigenen Angaben, revolutionäre Produktion im Tiroler Unterland an? Neben den technischen Voraussetzungen und den bisherigen Erfolgen sei es vor allem die Tatsache, dass es trotz des Standortes in der Provinz gelinge, weltweit Talente anzuziehen, erläuterte Sandoz-CEO Riesner. Menschen aus 41 Nationen, knapp ein Viertel davon mit einem Master- oder Doktor-Abschluss. Aber: „Wir schauen weniger auf einen polierten Lebenslauf als auf Persönlichkeit und Einstellung. Es geht sowohl um das Können als auch um das Wollen. Im Zweifelsfall geben wir dem Wollen den Vorzug." Nur wer motiviert sei, etwas zu bewegen, könne auch außerordentliche Leistungen erbringen. Und BioFuture-Plant-Chef-Thomas Maier ergänzte: Wer erkennen kann, welchen Beitrag seine Arbeit für die Gesellschaft leistet, findet von selbst zum Wollen."

Von der Politik wünscht sich Mario Riesner, dass internationalen Arbeitskräften in Österreich weniger Hürden in den Weg gelegt werden und Hilfe für berufstätige Mütter: „Wir betreiben zwar Betriebskindergärten, die aber der Nachfrage nicht gerecht werden. Unser Kerngeschäft ist die Pharmaproduktion und nicht der Betrieb von Kindergärten." (TT)

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