Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.11.2019


Bezirk Kitzbühel

Die Lehre bekommt im Bezirk Kitzbühel langsam wieder Aufwind

Der Stellenwert der Lehre steigt und damit auch die Lehrlingszahlen im Bezirk. Die Nachfrage aus der Wirtschaft wäre aber größer.

Die Landessieger bei der Bezirksabschlussfeier mit WKO-Bezirksobmann Klaus Lackner (r.).

© Harald AngererDie Landessieger bei der Bezirksabschlussfeier mit WKO-Bezirksobmann Klaus Lackner (r.).



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Die Talsohle scheint durchschritten – die Zahlen bei den Lehrlingen im Bezirk Kitzbühel steigen wieder. Das gab am Dienstagabend Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Klaus Lackner im Rahmen der Abschlussfeier zum Tiroler Lehrlingswettbewerb bekannt. Dabei wurden die erfolgreichen Teilnehmer, welche im Bezirk Kitzbühel eine Lehre absolvieren, von der Wirtschaftskammer geehrt. Nicht weniger als 49 Jugendliche konnten bei dem Bewerb, der nun seit einigen Jahren „Tyrol Skills“ heißt, eine Auszeichnung erzielen. Im Bezirk Kitzbühel kann man sich heuer über zwei zweifache Landessieger, 11 Landessieger, acht Zweitplatzierte, sieben Drittplatzierte sowie 21 Lehrlinge mit Goldenem Leistungsabzeichen freuen.

„Dieser Abend steht ganz im Zeichen der Lehrlinge. Ich möchte mich bei euch für euren Einsatz bedanken, aber auch bei den Lehrbetrieben und den Eltern“, sagte Lackner in seiner Ansprache. Die Wirtschaft ist mit einem Facharbeitermangel konfrontiert, und mit vielen einzelnen Projekten versucht die Wirtschaftskammer seit einigen Jahren, den Stellenwert der Lehre wieder zu verbessern. Etwa die Hälfte der Jugendlichen wählt nach wie vor diese Ausbildungsform, Tendez leicht steigend, wie Lackner informiert.

Die Bedeutung der Lehre unterstrich auch einer, der es wissen muss. Sepp Huber, Inhaber der Kitzbüheler Traditionsmetzgerei Huber, hat selbst seine Berufslaufbahn mit der Lehre begonnen. „Nach der Lehre steht euch alles offen, auch wenn ihr nicht in der Branche bleibt“, ist Huber überzeugt.

Insgesamt verzeichnet der Bezirk Kitzbühel derzeit 1005 Lehrlinge, welche in 405 Betrieben ihre Ausbildung absolvieren. Der Bedarf wäre aber noch deutlich größer. So sind alleine beim AMS Kitzbühel derzeit 125 Lehrstellen gemeldet. Demgegenüber stehen 16 Jugendliche, die noch als Lehrstellensuchende vorgemerkt sind.

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Das AMS und die Wirtschaftskammer erheben gerade bei den Betrieben den Bedarf an Lehrlingen ab dem Sommer 2020. Hier sind bereits 205 Lehrstellen beim AMS gemeldet. „Es gibt ein engmaschiges Unterstützungsangebot für Schulabgänger. Schule, AMS und Jugendcoaching unterstützen Jugendliche bei ihrer Berufswahl bzw. Lehrstellensuche. Das Ziel ist, dass möglichst viele Jugendliche eine Ausbildung absolvieren und so eine gute Basis für das weitere Berufsleben haben“, sagt AMS-Kitzbühel-Leiter Manfred Dag. Er betont auch, dass der Bezirk Kitzbühel traditionell ein sehr gutes Angebot an Lehrstellen hat, dies zeige, dass die Lehrausbildung bei den Betrieben einen sehr hohen Stellenwert hat.