Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.11.2019


Innsbruck-Land

Bahnhof Hall: Mit Mobilität ohne Barrieren in die Zukunft

Der 11,5 Mio. Euro schwere Umbau des Bahnhofs Hall zur barrierefreien „Drehscheibe“ ist nun abgeschlossen. LHStv. Felipe hofft, dass die verbesserten Busanbindungen einen Ausbau der P&R-Anlage unnötig machen.

LHStv. Ingrid Felipe, Hubert Hager (ÖBB-Infrastruktur AG) und Standort-Bürgermeisterin Eva Posch (v. l.) übergaben den barrierefrei umgebauten Haller Bahnhof gestern auch offiziell seiner Bestimmung.

© DomanigLHStv. Ingrid Felipe, Hubert Hager (ÖBB-Infrastruktur AG) und Standort-Bürgermeisterin Eva Posch (v. l.) übergaben den barrierefrei umgebauten Haller Bahnhof gestern auch offiziell seiner Bestimmung.



Von Michael Domanig

Hall — Mit der „magischen" Zahl 20 leitete ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-­Mair am Montag den Medientermin am barrierefrei umgebauten Haller Bahnhof ein: Schließlich handle es sich hier um den 20. Bahnhof, den die ÖBB seit 2010 in Tirol neu oder umgebaut bzw. modernisiert hätten.

Herzstück ist die neue Personenunterführung samt Liften.
Herzstück ist die neue Personenunterführung samt Liften.
- Domanig

In eineinhalb Jahren Bauzeit ist am Haller Bahnhof viel passiert, wie Hubert Hager, Geschäftsbereichsleiter „Projekte Neu- und Ausbau" bei der ÖBB Infrastruktur AG, erklärte: Die komplexen Arbeiten bei laufendem Betrieb (Gesamtinvestition: 11,5 Mio. Euro inkl. Planung) umfassten u. a. eine neue Personenunterführung, die Erneuerung des „Inselbahnsteigs" 2 und 3 (der auf 220 m verlängert wurde), ein 107 m langes Bahnsteigdach, neue Wegeleit- und Reiseinformationssysteme, vor allem aber Maßnahmen zur Barrierefreiheit: Dazu zählen neben zwei neuen Glasliften auch ein taktiles Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung sowie neue Lautsprecher.

Ziel sei „Mobilität ohne Barrieren", meinte LHStv. Ingrid Felipe. Das betreffe den Preis — wo man, Stichwort Tirolticket, schon viel erreicht habe —, aber eben auch physische Hindernisse. Neben Menschen mit Behinderung würden vom nunmehr barrierefreien Haller Bahnhof auch Passagiere mit Koffern, Kinderwägen oder Fahrrädern profitieren.

BM Eva Posch sprach von einem „großen Fortschritt" für die Mobilität im Planungsverbandsgebiet Hall und Umgebung mit seinen ca. 40.000 Einwohnern. Zusammen mit den „deutlichen Verbesserungen" bei den Regiobusverbindungen, die mit Fahrplanwechsel im Dezember in Kraft treten und auch den Haller Bahnhof besser anbinden, sieht sie einen wichtigen Beitrag zur Entlastung vom massiven Individualverkehr.

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Was die Zukunft der alten Bahnhofshalle angeht, bekräftigte Posch den Wunsch der Stadt, „dieses Gebäude, an dem wir sehr hängen, das uns aber nicht gehört, zu erhalten". Die Halle soll als Warteraum dienen, aber auch (wieder) eine WC-Anlage und einen Kiosk beherbergen. Es gebe hier „gute Gespräche" mit dem Architekten der ÖBB, so Posch, sie rechne damit, dass dieser bis Jahresende ein Ergebnis vorlegt. Ein weiterer Wunsch der Stadt seien mehr und bessere Radabstellplätze. Gespräche zwischen Stadt und ÖBB gebe es auch in der Frage einer Erweiterung der häufig überfüllten Park-&-Ride-Anlage, sagte Hager. Wie überall bräuchte es aber auch hier „ein entsprechendes Betreibermodell" und eine gemeinsame Finanzierung, also eine Beteiligung von Land, Stadt und Umlandgemeinden.

Felipe gab sich in puncto P-&-R-Ausbau vorsichtig: Sie hoffe, dass die verbesserte Busanbindung an den Haller Bahnhof hier „einiges abfangen" könnte, dass also viele Nutzer ihr Auto ganz zuhause stehen lassen. Bevor man über eine so große Investition nachdenke, werde man sich „mindestens ein halbes Jahr lang anschauen, wie sich das neue Busangebot auswirkt".

Gespräche über die Zukunft des alten Aufnahmegebäudes laufen.
Gespräche über die Zukunft des alten Aufnahmegebäudes laufen.
- Domanig