Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.11.2019


Innsbruck-Land

Land erteilt Ausbauplänen der Firma „Stubai“ eine Abfuhr

Die Firma „Stubai“ möchte in Fulpmes erweitern, das Land versagt die Umwidmung. Die Gemeinde legt gegen diese Entscheidung Beschwerde ein.

Die Firma Stubai ZMV möchte unterhalb des Stammgebäudes in Fulpmes eine Lagerhalle mit zusätzlichen Büroflächen errichten.

© Denise DaumDie Firma Stubai ZMV möchte unterhalb des Stammgebäudes in Fulpmes eine Lagerhalle mit zusätzlichen Büroflächen errichten.



Von Denise Daum

Fulpmes – Die Stubai Werkgenossenschaft hat ihre Zentrale für Marketing und Vetrieb (Stubai ZMV) mitten in Fulpmes. Bereits seit einigen Jahren bemüht sich die Firma um einen Zubau auf dem in ihrem Eigentum befindlichen Grund unterhalb des Stammgebäudes. Der Gemeinderat beschloss die Umwidmung für die geplante knapp zwölf Meter hohe Lagerhalle mehrheitlich – trotz negativen Gutachtens des Raumplaners und Widerstands von Gemeindevertretern sowie Anrainern. Nun schritt allerdings das Land Tirol ein und versagt die Umwidmung – unter anderem wegen zu erwartender „Nutzungskonflikte zum unmittelbar angrenzenden Wohngebiet“ und einer „verkehrsmäßigen Mehrbelastung“, wie es im Bescheid heißt.

Für GV Gottfried Kapferer, der sich – wie auch Bürgermeister Robert Denifl – von Anfang an gegen das Vorhaben ausgesprochen hat, ist der negative Bescheid „eine Genugtuung. Der Druck der Führung der Stubai ZMV auf den Gemeinderat war enorm. Doch nun muss Vorstandsvorsitzender Johann Hörtnagl einsehen, dass die Gesetze des Rechtsstaates auch für ihn gelten“, sagt Kapferer.

Stubai-Vorstand Johann Hörtnagl weist den Vorwurf der Druckausübung vehement zurück. „Wir haben ganz normal angesucht“, erklärt Hörtnagl. Der Vorschlag des Landes, die geplante Lagerhalle mit zusätzlichen Büroflächen im Gewerbegebiet Mieders bzw. jenem in Fulpmes zu realisieren, ist für ihn indes keine Alternative. „Wir sind ein Marketingunternehmen und haben uns nach außen gut darzustellen. Wir passen nicht neben Industriehallen“, sagt Hörtnagl.

Das letzte Wort ist aber ohnehin noch nicht gesprochen. BM Robert Denifl ist persönlich zwar gegen das Vorhaben, muss sich aber der Mehrheit des Gemeinderats beugen. Er hat deshalb Vizebürgermeister Johann Deutschmann als Obmann des Bauausschusses damit beauftragt, eine Beschwerde gegen den Bescheid des Landes vorzubereiten. Die Erfolgschancen der Gemeinde beim Landesverwaltungsgericht bewertet Deutschmann mit 50:50.

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