Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 26.11.2019


Bezirk Kitzbühel

TVB St. Johann auf der Suche nach einem Leuchtturm-Projekt

So wie etwa das Pillerseetal sein Jakobskreuz hat, sucht man auch in der Region St. Johann nach einem markanten Aushängeschild.

TVB-Geschäftsführer Gernot Riedl, Obmann Josef Grander und Aufsichtsrat Günther Huber (von links) dankten TVB-Mitarbeiterin Monica Schmid, die vor 30 Jahren ihren ersten Arbeitstag hatte.

© WörgötterTVB-Geschäftsführer Gernot Riedl, Obmann Josef Grander und Aufsichtsrat Günther Huber (von links) dankten TVB-Mitarbeiterin Monica Schmid, die vor 30 Jahren ihren ersten Arbeitstag hatte.



St. Johann i. T. – Mit Steigerungen in nahezu allen Bereichen fiel die Bilanz der Tourismusregion St. Johann für das Jahr 2018 sehr positiv aus. Geschäftsführer Gernot Riedl präsentierte kürzlich bei der Vollversammlung die erfreulichen Kennzahlen: So lagen die Gesamtnächtigungen bei knapp einer Million (Sommer 511.348, Winter 485.185), was einem Plus von 4,18 % entspricht.

Die Verbandsleistung ist von 2012 bis 2017 von 3,7 Mio. Euro auf 5,3 Millionen Euro gestiegen – im Jahr 2018 erhöhte sie sich noch einmal um 22,08 % auf 5,97 Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Verbandstätigkeit (Jahresüberschuss) beträgt mehr als 1,10 Mio. Euro. Nach Zuweisung der Rücklagen ergibt sich ein Bilanzgewinn von 96.447 Euro.

Riedl bedauert, dass beim Beherbergungsumsatz nach wie vor keine Verbesserungen bemerkbar sind, das liege vor allem an der Preisgestaltung. Riedls Appell: „Mut zum Preis, wir haben nichts zu verschenken. Das Angebot der Region ist gut, das sollte seinen Preis haben. In anderen Orten funktioniert es auch.“

Die Zusammenlegung der Bauhöfe bringe Synergieeffekte (Arbeitszeit, Maschinen­ersparnis, Kommunikation, Koordination), ebenso die budgetneutrale Übernahme von den Ortsbudgets in das Regionalbudget.

Konkrete Projekte, die umgesetzt werden sollen, betreffen die Sommerentwicklung des „Tauwiesenlifts“ in Oberndorf und die Gestaltung des Weges mit einheitlichem Erscheinungsbild entlang der Großache von Oberndorf bis Erpfendorf. Als eine der größten Herausforderungen sieht man die Mobilität, die zukünftig einen erhöhten Bedarf an finanziellen Mitteln und die enge Zusammenarbeit mit umliegenden Regionen erfordert.

Der TVB ist bei der Umsetzung des Masterplans St. Johann in Tirol 2030–2050 eingebunden. Und ähnlich wie im Pillerseetal, mit dem anfangs belächelten und als nicht wirtschaftlich bezeichneten Jakobskreuz, sei man in der Region auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal. Konkret ist noch nichts angedacht, aber es seien Mittel vorhanden, um ein völlig neues Leuchtturmprojekt zu schaffen.

Weiterhin setzt die Region St. Johann auf das Bergsommer-Opening und bewährte Großevents wie Koasalauf, Knödelfest, Lang & Klang, Radwoche (MTB-Angebot ergänzen), Spartan Race usw. Noch mehr Glücksmomente sollen durch die Werbe- und Informationsschiene „Mein yapadu“ geschaffen werden. (rw)