Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.12.2019


Tourismusgesinnung

Studie zum Tourismus in Tirol sorgt für Reaktionen

Laut der Studie sehen, wie berichtet, 98 Prozent den Tourismus als sehr wichtig für den Standort und Wohlstand.

Die Tourismusgesinnung der Tirolerinnen und Tiroler wurde vom MCI abgefragt: Da zeigten sich sowohl Licht als auch Schatten. (Symbolbild)

© Thomas Böhm / TTDie Tourismusgesinnung der Tirolerinnen und Tiroler wurde vom MCI abgefragt: Da zeigten sich sowohl Licht als auch Schatten. (Symbolbild)



Innsbruck – Die Tourismusgesinnung sei besser als oft behauptet, man werde aber auch auf Kritikpunkte bei der Tourismusstrategie reagieren, hatte LH Günther Platter zur neuen landesweiten Umfrage des MCI mit 1500 Befragten gemeint. Laut der Studie sehen, wie berichtet, 98 Prozent den Tourismus als sehr wichtig für den Standort und Wohlstand. Der Anteil jener, die wegen der Belastungen, etwa durch den Verkehr, künftig weniger Gäste haben wollen, stieg seit 1997 von 7 auf 18 Prozent an.

Der Tourismus gehöre zu Tirol, aber von den Auswüchsen des Tourismus hätten immer mehr Tiroler die Nase voll, sagt Liste-Fritz-Landtagsabgeordneter Markus Sint. Es gebe „eine rücksichtslose Übererschließung unserer Natur, mit der die Großen immer größer werden und die Kleinen immer mehr den Anschluss verlieren“. Die Grenzen des Wachstums im Skizirkus seien erreicht und vielfach schon überschritten. „Der Tiroler Tourismus braucht eine neue Erzählung, einen neuen Impuls, ein Zukunftskonzept.“ Die Hälfte der Tourismus-Mitarbeiter komme aus dem Ausland, das sei ebenfalls alarmierend.

Dass nur 35 Prozent der Befragten der Branche als Arbeitgeber ein positives Image attestieren, lasse die Alarmglocken schrillen, sagt vida-Fachbereichssekretär Emanuel Straka. „Es ist Zeit für einen echten Qualitätstourismus und dieser beginnt mit einer Aufwertung des Personals, mit einer längst überfälligen Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Bezahlung.“

Unterdessen suchen Tourismusregionen neue Lösungen etwa in Sachen Mobilität. Die Region Wilder Kaiser verweist auf die via Bürgerbeteiligung ausgearbeitete „Strategie 2024“, mit der man massiv auf die Forcierung des öffentlichen Verkehrs für die Urlauber setzen will. Die Zahl der mit dem Zug anreisenden Gäste solle sich bis 2024 auf 33.000 verdreifachen. (va)

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