Letztes Update am Do, 17.01.2013 22:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Benko stemmt Milliardendeal mit Israeli

René Benko übernimmt das Berliner Kaufhaus KaDeWe nicht allein: Der israelische Diamanten-Milliardär Beny Steinmetz ist sein Co-Investor in Deutschland. Frisches Geld kommt auch aus Abu Dhabi.



Von Nina Werlberger

Innsbruck – Der Tiroler Investor René Benko holt sich für die angekündigte Übernahme des Berliner Einkaufstempels KaDeWe und weiterer Karstadt-Kaufhäuser Hilfe aus Israel: Den 1,1-Milliarden-Deal will er gemeinsam mit Beny Steinmetz stemmen. Dieser gilt als weltgrößter Diamantenhändler und angeblich zweitreichster Mann in Israel. Wie Benkos Signa Holding am Mittwoch bekannt gab, wurde eine Gemeinschaftsfirma mit dem Steinmetz-Unternehmen BSG Real Estate gegründet – die deutschen Kartellwächter hätten bereits zugestimmt.

Wie die gemeinsame Firma heißt, wollte Signa-Sprecher Markus Mitterrutzner auf TT-Nachfrage nicht sagen und verwies lediglich auf eine kurze Aussendung. Derzufolge tritt Steinmetz als Co-Investor und zweiter Käufer für alle Immobilien Benkos in deutschen Innenstadtlagen auf. Alles zusammen soll das Portfolio rund 2 Mrd. Euro schwer sein.

Wie nun klar wird, hatte Benko den israelischen Milliardär bereits bei Bekanntgabe des KaDeWe-Deals mit an Bord: Laut deutschem Kartellamt war die Übernahme der Karstadt Immobilien Holding am 21. Dezember nicht nur von Benkos Signa beantragt worden, sondern zu je 50 % von Signa und der Beny Steinmetz Group.

Über das Gemeinschaftsunternehmen mit Signa wird sich Steinmetz unter anderem auch am Münchner Traditionskaufhaus Oberpollinger beteiligen. Die nächsten Geschäfte in Deutschland sind schon in Planung: Schon im Frühjahr könnten Benko & Co. den Kauf des Alsterhauses in Frankfurt perfekt machen, spekulierte die SZ am Wochenende. „Man weiß nie“ und „bis jetzt ist es kein Thema“, wird der Tiroler Investor dazu zitiert.

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An der Signa selbst beteilige sich der israelische Milliardär nicht, sagte Sprecher Mitterrutzner. An Bord geholt hat Benko hingegen unlängst andere potente Geldgeber aus dem Mittleren Osten: Investoren aus Abu Dhabi sind über die Schweizer Falcon Private Bank mit 50 Mio. Euro bei der Signa Prime Selection AG eingestiegen. In dieser Signa-Sparte bündelt Benko seine Luxus-Liegenschaften – auch das Kaufhaus Tyrol zählt hier dazu. Die Falcon Bank, die 13,6 % der Anteile erworben haben soll, steht zur Gänze im Eigentum der Investmentgesellschaft Aabar des Herrscherhauses von Abu Dhabi.

Wer darüber hinaus an der Signa Prime Selection AG beteiligt ist, ist unklar – im Firmenbuch ist kein Eigentümer aufgeführt, die Alleinaktionärin „Signa 2010 zwei GmbH“ wird als gelöscht angezeigt. Auch Benkos Sprecher wusste am Mittwoch nicht, wer welche Anteile hält.

An der Signa Holding selbst halten Benko und seine Privatstiftung 50 Prozent, die andere Hälfte ist Benkos griechischem Partner, dem Reeder George Economou, und dessen Globalbasis Limited zuzuordnen.




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